"Köpfe und Karrieren" – Geschichten von Rainer Persönlichkeiten

17. Dezember 2006 – 18. März 2007

Eröffnung:
Montag,
11. Dezember 2006, 19.00 Uhr

Ausstellung im Heimatmuseum
jeweils sonntags 14 – 16 Uhr
und nach Vereinbarung über das Rathaus, Tel. 09090/703-0

Eröffnungsveranstaltungen und begleitenden Vorträge sind ebenfalls im Heimatmuseum.
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
Museumseintritt: 2 Euro

Die Ausbildung ihrer Jugend war für die Grenz- und Festungsstadt Rain von großer Bedeutung, die von den Bürgern sehr gepflegt wurde. Mit einer guten Grundrüstung waren zahlreiche Rainer in der Lage an den verschiedenen Universitäten zu studieren. Die Ausstellung zeigt über 30 lebendige Lebensgeschichten von bekannt gewordenen Persönlichkeiten, wie dem Humanisten und Arzt Georg Tannstetter und dem Astronomen Johannes Bayer, dem Landschaftsmaler Ernst Kaiser und dem Bildhauer Johann Pollak, dem Komponisten Heinrich Huber oder dem Pianisten Michael Raucheisen. Ungewöhnliche Geschichten werden erzählt über Dechant Lazarus Schmid, dem Benediktiner Reginald Möner oder dem Abt Willibald von Furttner.

Begleitende Vorträge:
29. Januar, 19 Uhr, Antonie Brandmair: "Zur Rainer Schulgeschichte" (Wiederholung am 23. September, 16.30 Uhr)
2. März, 19 Uhr, Harald Mann:
"Rainer Persönlichkeiten der Romantik: Ernst Kaiser der Maler und Heinrich Huber der Komponist"
12. März, 19 Uhr, Antonie Brandmair: "Ausgewählte Geschichten zu Rainer Persönlichkeiten"

Einige der in der Ausstellung vorgesellten Rainer Persönlichkeiten:

Georg Tannstetter, Gelehrter und Humanist, 1482 - 1535
 

Joseph von Weber, Naturwissenschaftlicher und Geistlicher, 1753 - 1831

Richard Anton Nikolaus Carron du Val, Bürgermeister der
Stadt Augsburg von 1834 - 1846, geboren 1793 in Rain,
gestorben 1846 in Augsburg.

Ludwig Wilhelm Fischer, Landrichter und Heimatforscher, 1817- 1890

Ständige Homepage für Persönlichkeiten: www.rain.de/person/index.htm

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Die Donauwörther Zeitung berichtete am 21. Dezember 2006 über die
Eröffnung der  Ausstellung (Bericht: Manfred Arloth) mit zwei Artikeln:


Köpfe und Karrieren

Die Sonderausstellung "Köpfe und Karrieren', die uns mit Persönlichkeiten bekannt machen soll, die in Rain geboren wurden, ist der erste Beitrag zum Jubiläum "750 Jahre Rain' im Jahre 2007", erklärte Bürgermeister Gerhard Martin vor vielen Gästen in der Eingangshalle des Heimatmuseums. Erstaunlich sei, dass aus der "Grenzfeste Bayerns nach Westen zu" trotz Zeiten großer Bedrängnis und Not mindestens an die 30 Männer hervorgegangen seien, die Berühmtheit erlangt hätten.

Der Bürgermeister dankte in diesem Zusammenhang besonders Museumsleiterin Edith Findel M. A. für das Konzept und die Vorbereitung der Schau mit dem Untertitel "Geschichten von Rainer Persönlichkeiten", die bis 18. März 2007 zu sehen ist. Der Rainer Vokalkreis unter Leitung von Doris Peter bereicherte die Eröffnung der Ausstellung mit drei Werken des aus Rain stammenden Kirchenkomponisten Heinrich Huber, nämlich mit dem "Sanctus" aus seinem Requiem, dem "Agnus Dei" aus seiner "Ave Verum Corpus"-Messe und dem Lied "Auf, Christen, singt festliche Lieder".

"Die Werke Hubers sind allesamt recht anspruchsvoll", berichteten die Sängerinnen und Sänger, die viel Beifall bekamen. Margit Echtlers Schmankerl Ingwertee, Aniszwieback, Münchner Lebkuchen, Sauerkrauthörnchen und Lauchkuchen kamen übrigens auch bestens an. Die Museumsleiterin erläuterte das Konzept der Schau, die in sechs Abteilungen das Leben und Wirken von über 30 Personen lebendig werden lässt. Originale oder Faksimile geben Einblick in frühere Zeiten, beispielsweise Dokumente aus dem Stadtarchiv, wie etwa Stiftungsrechnungen, ein Abakus, eine Schreibtafel aus Wachs mit Griffel, großformatige Ölgemälde, Bücher oder auch Zeitungsausschnitte. Da ist sogar noch Platz für die Videoinstallation der merkwürdigen Geschichte, wie der Ochsentreiber Kaspar Ochsenfuß aus Rain 1644 auf Grund falscher Anschuldigung zum Tode verurteilt wurde. Beratend standen Edith Findel die Rainer Antonie Brandmair, Harald Mann, Franz Müller und Werner Schmid zur Seite. Die Ausstellungstexte wurden verfasst von Edith Findel, Antonie Brandmair, Werner Schmid und Dr. Rita Haub.

 

Schule und Bildung rücken in den Mittelpunkt
In der Ausstellung "Köpfe und Karrieren" werden die Bereiche "Schule und Bildung" als besonders bedeutsam herausgestellt. Man erfährt auch, dass für die Bürger der Stadt Rain nachweislich ab 1411 eine deutsche Schule eingerichtet wurde.

Bereits 1393 gab es in Rain eine Lateinschule: Für die Zulassung zum Universitätsstudium war ja die lateinische Sprache unabdingbare Voraussetzung. Den Rainer Bürgersöhnen halfen Stipendien zum Studium an Universitäten, drei davon stammten aus der Rainer Bürgerschaft. Die Studenten wurden vorgeschlagen; nach Annahme durch den Magistrat erhielten sie die Gelder. Bevorzugte Berufsziele waren Geistlicher oder Jurist. Die Stipendiaten waren verpflichtet, die Gelder später wieder zurückzuzahlen.

Aus dem örtlichen Schulbetrieb ragen Damasus Scheibelegger (1776-1834) und Balthasar Merkel hervor. Bei den Künstlern finden sich der Maler und Ratsherr Ulrich Hirschhalmer (1650-1718), der Maler und Bildhauer Christian Handschuher (1690-1732), der Landschaftsmaler Ernst Kaiser (1803-1865), die Bildhauer Hans Reichle (1570-1630) und Jakob Reichle sowie Johann Pollak (1843-1917), von dem das Gipsmodell des Rainer Grabmals seiner Eltern zu sehen ist. Als Musiker taten sich neben den herausragenden Brüdern Franz, Ignaz und Vinzenz Lachner - ihnen ist ja das von Historiker Harald Mann eingerichtete Lachnermuseum am Kirchplatz gewidmet - der in Schongau wirkende Chorregent und Kirchenkomponist Heinrich Huber (1879-1916)sowie der Kammermusikpianist und Liedbegleiter Michael Raucheisen (1889-1984) hervor. Die Rechtsgelehrten Brucklachner, Pogner, Otto Sneler (1292-1342) und Notar Johann Allacra (gestorben 1622) prägen Rain in früher Zeit, während Professor Kaspar Haas (Lagus) (1526-1606), Jurist und Rains Chronist Ludwig Wilhelm Fischer (1817-1890) und Dr. Anton Nikolaus Carron du Val (1793-1846), Bürgermeister von Augsburg, im Rechtswesen bedeutend waren. Weltruhm erlangten die Gelehrten und Naturwissenschaftler Georg Tannstetter, genannt Collimitius (1482-1535), Johannes Bayer (1572-1625) - sein Sternatlas "Uranometria" aus dem Jahre 1603 ist zu bewundern - und Professor Johann Michael Hertel (etwa 1660-1711).

Bedeutende Geistliche

Schließlich gab es auch bedeutende Geistliche, die aus Rain stammen, nämlich Anton Palster, Reginald Möhner (etwa 1600-1672), Lazarus Schmid (etwa 1525 bis etwa 1607), Jesuit Georg Mayr (1564-1623), Pfarrer und Rains Chronist Johann Weber (1763-1840), Domdekan Professor Joseph Weber (1753-1831) und Reichsprälat Willibald Popp (1653-1735) sowie die Thierhauptener Äbte Johann Hartlieb (geb. 1455 in Augsburg, gest. 1505 in Rain) und Freiherr Willibald von Furtner (1717-1761).

Öffnungszeiten des Rainer Heimatmuseums: Jeweils sonntags von 14 bis 16 Uhr. Man kann aber auch einen Sondertermin über die Telefonnummern 09090/7030 oder 3572 vereinbaren.