750 Jahre Rain - Szenen einer Grenzstadt

2. Juli -
11. November
 

Sonderausstellung
Heimatmuseum, jeweils sonntags 14 – 16 Uhr
Stadtfest-Wochenende, Samstag, 14. und Sonntag, 15. Juli: 14 - 18 Uhr
und nach Vereinbarung über das Rathaus, Tel. 09090/703-0
Eröffnung: Montag, 2. Juli, 19 Uhr

Die Erinnerung an die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Rain vor 750 Jahren ist Anlass, über die Geschichte der Stadt zu reflektieren. Es werden Lebensbilder aus verschiedenen Epochen aufgezeigt. Aus dem geschichtlichen Dunkel taucht die Stadt auf und wird befestigt. Neben der blühenden gewerblichen Entwicklung waren Kriegsereignisse die ständigen Begleiter der Bewohner. Die Ausstellung zeigt wichtige Ausschnitte der Stadtgeschichte.

Begleitende Vorträge:
2. Juli, 19 Uhr (bei der Ausstellungseröffnung), Antonie Brandmair: "Theorien zur Entstehungsgeschichte"
23. Juli, 19 Uhr, Edith Findel: "Essensgewohnheiten in der frühen Neuzeit"
23. September, 19 Uhr, Antonie Brandmair: "Zur Rainer Schulgeschichte"
27. September, 19 Uhr, Prof. Dr. Roman Mair: "Bautechnik im Mittelalter"
28. Oktober, 16.30 Uhr, Antonie Brandmair: "Theorien zur Entstehungsgeschichte" (Wiederholung vom 2. Juli)
8. November, 19 Uhr, Antonie Brandmair: "Der Landrichter und seine Funktion"

 

Die Ausstellung
Als Stadt wird Rain erstmals in einer Urkunde vom 4. Juli 1257 erwähnt. Als Grenzort befestigt und zum Verteidigungsbollwerk ausgebaut, spielt der Ort für die Wittelsbacher Herzöge eine wichtige Rolle. Privilegien, Markt- und Zollrechte helfen den Bürgern, im Sinne der Herzöge den Platz zu sichern.


Titel von einem der zahlreichen Freiheitsbriefe für das hier als "Gränitz Vöstungs Statt"
bezeichnete Rain.

Zeitweise als Grenzort in drei Himmelsrichtungen von Augsburg über Westen und Norden bis Neuburg war Rain für das gesamte Herzogtum Baiern ein strategisch bedeutsamer Platz. Für die umliegenden Ortschaften wird er als Handels- und Gerichtsplatz ein wesentlicher Anziehungspunkt.


Ansicht von Rain um 1590 aus nördlicher Richtung von Hans Donauer für das Antiquarium
der Residenz zu München.


Diese Ansicht hat für die Stadtgeschichte eine besonders Symbolik: Rain und der Fluss
als jahrhundertelange Landesgrenze - und noch heute Sprachgrenze.
 

Früh nehmen die Bürger neben ihren Pflichten auch ihre Rechte wahr und gestalten die Selbstverwaltung aus. Dennoch leiden sie wiederholt unter den kriegerischen Fehden der Herzöge, spielen Soldaten eine wichtige Rolle im Alltag der Stadt, oft begleitet von Krankheit und Seuchen.

Markt und Handel blühen, bringen bis ins 16. Jahrhundert durch den Fleiß der Bürger der Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung. Dagegen tragen Kriege, der Verlust des Salzhandels und die Grenzlage während des 17. und 18. Jahrhunderts schwere Zeiten ein.


Der kolorierte Kupferstich von Matthäus Merian aus dem "Theatrum Europäum" berichtet von der Belagerung und Eroberung der Stadt anno 1646 durch die Schweden unter General Carl Gustav Wrangel.

Rechts ein Gewehr aus dem Depot des Heimatmuseums.

Das 19. Jahrhundert ist geprägt von wirtschaftlichen Veränderungen und der Eisenbahn. Rain, nun nicht mehr am Rand, sondern mitten in Bayern gelegen, ist nicht länger Grenzstadt. Zahlreiche Reformen in Bayern in und nach der napoleonischen Zeit erfassen auch Rain.


Abfahrt eines Zuges im Bahnhof Rain nach dem Zweiten Weltkrieg.

Im 20. Jahrhundert verändern die Zuwanderer nach dem Krieg das Bild der Stadt. Industrie und Großgewerbe kommt hinzu. Die ehemalige Grenz- und Festungsstadt entwickelt sich zur Blumenstadt.

Die Ausstellung zeichnet in sechs wesentlichen Stationen die Entwicklung der Stadt Rain von ihrer Erstnennung bis in die heutige Zeit nach. Gehen Sie Rains Entstehung, Selbstverwaltung, wirtschaftlicher Entfaltung und Blüte, den Kriegen und Seuchen sowie seiner Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert mit zahlreichen Belegen, Originalurkunden und wertvollen Exponaten auf den Grund! Auch die Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen und Vorträgen wartet auf Sie.