„Sacré, Schuh und Essen – widrigenfalls wird geplündert“
Krieg und Alltag 1805

Sonderausstellung im Heimatmuseum vom 1.10.2005 bis 5.3.2006

 

 
Schlacht bei Motzenhofen/Hollenbach                                               Lagerleben in den napoleonischen Kriegen.

 

Alltag im Krieg 1805 – vor 200 Jahren waren die Menschen im Rainer Winkel von 1796 bis 1813 wiederholt den Heeresdurchmärschen ausgesetzt. Rain lag an der Heerstraße von West nach Ost. Auch wenn die Kämpfe weit weg waren, bewegten sich die Truppen von Freund und Feind beständig durch Bayern. Rain als bayerischen Grenzstadt war auch in den sonst ruhigeren Zwischenzeiten als Stützpunkt ständig von Soldaten belagert gewesen. In den Jahren 1805 und 1809 kam Napoleon über Donauwörth persönlich in Rainer Gebiet. Eine große Schlacht ereignete sich im Juni 1800 zwischen Ober- und Unterhausen.

Die feindlichen Soldaten folgten sich in kurzen Zeitabschnitten. So kam es zwischendurch zu kleineren Zusammenstößen, so am 5. Oktober 1805 in Motzenhofen/Hollenbach.

Die Bevölkerung war fast dauernden Belagerungen ausgesetzt. Dies bedeutete ständige Zahlungen und Verköstigungen der Soldaten und ihrem Gefolge, Tier und Wagen wurden beschlagnahmt, nach Ingolstadt und Donauwörth musste man Schanzarbeit leisten.

In einer Sonderausstellung gibt das Heimatmuseum Einblicke in das Leben der einfachen Soldaten, ihre Ausstattung, ihre Lebensgewohnheiten, sowie in die Umstände und Bedingungen für die Bevölkerung. Neben Uniformen und Waffen erwarten den Besucher auch Marketenderinnen mit ihren Angeboten. Die Leiden der Bevölkerung unter Einmärschen, Einquartierungen, Plünderungen und Repressalien werden aus Zeitzeugenquellen erzählt.

Grundlage für die Ausstellung sind zeitgenössische Textquellen, die auch als Hörstationen verwendet werden.

Die Zeit der napoleonischen Kriege brachten schließlich große Veränderungen über Stadt und Land. Die Kriegswirren und Drangsale waren die kurzfristigen Erscheinungen. 1806 ist Bayern zum Königreich aufgestiegen. Und langfristig haben die Auswirkungen die Grundlagen für das heutige Bayern geschaffen.

Bild rechts: Gewehr aus der Zeit um 1805

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1807 starb ein Sohn des Küglebauern von Bayer-                                              Abschied des Conscibierten.
dilling, die kleine Gedenktafel hat sich in Familien-
besitz erhalten.

Ausstellungskonzeption: Edith Findel

Heimatmuseum Rain
Oberes Eck 3, 86641 Rain 

Öffnungszeiten:
jeweils sonntags von 14 bis 16 Uhr

und über das Rathaus:
Mo bis Fr 9.00 – 12.00 Uhr
Mo bis Do 14.00 – 16.00 Uhr

sowie jederzeit nach Voranmeldung
unter Tel. 0 90 90/703-0 bzw. -110 oder -460
Telefax 0 90 90/703-139
Mail: archiv@rain.de

06.10.2005 / AR