Tierglocken
aus aller Welt
Die Sammlung Frieda und Rudolf Daub

Glocke 1 Glocke 2

 

 

Sonderausstellung im Heimatmuseum Rain vom 30. November 2003 bis 28. März 2004
-Ausstellungseröffnung: Montag, 24. November 2003, 19.30 Uhr-

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Kuhglocke (Nordthailand)
Seit über 3000 Jahren werden von Haus- und Nutztieren Glocken getragen. Funktionen, Formen und Materialien der Tierglocken sind entsprechend den unterschiedlichen Kulturkreisen, aus denen sie stammen, äußerst vielfältig.

Hirten dient das Geläut als akustisches Signal, um Weidetiere im unwegsamen Gelände leichter wieder zu finden. Auch die Tiere selber orientieren sich an den lauten, teils scheppernden, teils wohltönenden Klängen der Glocke, die beispielsweise das Leittier einer Schafherde oder einer Kamelkarawane trägt.

Bei Zugtieren wie Pferden oder Elefanten sind Glocken dagegen vor allem weithin hörbare Warnsignale. Über den praktischen Nutzen hinaus werden besonders schöne oder wertvolle Tiere mit aufwändig gearbeiteten Glocken geschmückt.

glocken4.jpg (6004 Byte) Die klingende Zier weist manschmal auch den Eigentümer der Tiere nach. Zeichnungen und Symbole auf historischen Glocken deuten auf eine weitere mögliche Funktion des Geläuts hin: Es soll Unglück und böse Mächte vertreiben.

Weltweit werden für die Klangspiele neben Metall, aus dem Glocken gegeossen oder Schellen und Rollen geschmiedet werden, auch Holz, Elfenbein oder Lederverwendet.Teilweise schnitzt man aus Knochen und Horn auch Klöppel.

 

Das Ehepaar Frieda und Rudlof Daub hat in den letzten Jahrzehnten eine einzigartige Sammlung von 500 Tierglocken und Tierschellen aus aller Welt und allen Zeiten zusammengetragen. Die ältesten Glocken stammen aus Luristan, dem heutigen West-Iran. In dieser spätbronzezeitlichen Kultur waren die kunstvoll gearbeiteten Metallglöckchen als Teil des Pferdegeschirrs wertvolle Grabbeigaben. Neben exotischen Beispielen wie Elefantenglocken aus Thailand, Hundeglocken aus dem Kongo und Rentierglocken aus Sibirien finden sich in der Sammlung auch viele vertraute Klangkörper wie Almabtriebsschellen aus dem Allgäu und Glockengehänge für Schlittenpferde.

Die Ausstellung gibt einen Überblick zu einem bisher eher unbeachteten Alltagsgegenstand aus dem ländlichen Lebensbereich. Dabei bestechen die Tierglocken neben ihrer rein zweckorientierten Funktionalität ebenfalls durch die ästhetische, kulturell geformte Gestaltung

glocken5.jpg (7164 Byte) Tierschelle, Bulgarien

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Heimatmuseum Rain
Oberes Eck 3
86641 Rain 

Öffnungszeiten:
jeweils sonntags von 14 bis 16 Uhr
sowie jederzeit nach Voranmeldung
unter Tel.: 0 90 90/703-0 bzw. -110 oder -460
Telefax 0 90 90/703-139.

13.11.2003/EF-AR