Keramische Kunst

Plastiken von Gerhard Lutz
01.05.2005 bis 05.06.2005

Pressebericht über die Eröffnung am Mittwoch, 27. April 2005, 19 Uhr, von Adalbert Riehl:

Die jüngste Ausstellungseröffnung des Heimatmuseums spannte den Bogen in vielerlei Hinsicht. Der ehemaligen Salzstadel im Oberen Eck ist bis 5. Juni Präsentationsort für „Keramische Kunst – Plastiken von Gerhard Lutz“. Der Kunsterzieher am Gymnasium in Niederalteich nimmt unter den deutschen Keramikern seiner Generation eine Sonderstellung ein. Lutz beschäftigt sich intensiv mit einem bildhauerischen Grundproblem, das in der Plastik des 20. Jahrhunderts als formale Aufgabe verschärft worden ist, die „Auflösung des Körpers und die Öffnung des Massevolumens“. Der Künstler bezieht sich, wo er sich mit dem „Hülle-Kern-Problem“ beschäftigt, auf Vorbilder aus der Natur, vornehmlich auf Mikrostrukturen und –organismen, Fruchtkapseln oder Boviste. Ihn interessiert, wie er selbst schon 1992 schrieb, „wie eine äußere Hülle, die sich mehr oder weniger öffnet oder sich abschält und einen klaren oder auch geheimnisvollen Einblick in das Innere, den Kern freigibt … aber auch wie das Innere durch die Hülle hindurch nach außen stösst, sie aufplatzen lässt – Vorgänge, die in der Natur Parallelen haben.

Erster Bürgermeister Gerhard Martin stellte fest, dass das Museum durch sehr unterschiedliche Ausstellungen bereichert wird, die nicht immer mit der Funktion des Hauses zu tun haben. Nach den „100 Schätzen aus dem Depot“ zum 100. Geburtstag des Museumsvereins konfrontieren die Plastiken mit Kunst. Die Ausstellung soll für Kunst, Künstler und Museum werben und dazu bewegen, in das facettenreiche Haus zu kommen.

Museumsleiterin Edith Findel knüpfte an die Ausführungen des Stadtoberhauptes mit der Feststellung an, dass ein vielfacher Bogen gespannt werde – vom Museum zur Kunst – von Rain ins traditionsreiche Niederalteich und von der Kunst zur Musik. Barbara Goede hatte die Verbindung zum Künstler hergestellt. Sie und Gerhard Lutz brachten bei der Vernissage mit zwei Gamben Musik, vornehmlich der Renaissance, zu Gehör. Edith Findel wies in ihrer Einleitung nur auf einige Facetten des vielfältigen Spektrums von Gerhard Lutz hin: eigene Formen und Gebärdensprache, Werke, die Bekanntes aus der Natur vorgaukeln, der Kontrast zwischen einfachen Grundformen und höchst komplizierten Innenleben oder umgekehrt sowie Formen, die einhüllen und doch wieder freigeben. Die Foto-Dokumentation über das Entstehen eines Objektes unterstreicht die zeitaufwändigen Arbeitsgänge zur Schaffung der mehrschichtigen Kunstwerke. Der Künstler selbst beschränkte sich auf eine Einladung zu Gesprächen, die die Besucher und Betrachter gerne annehmen.

Über die gelungene Eröffnung der Ausstellung „Keramische Kunst“ freuen sich
 (von links) 2. Bürgermeister Leo Meier, Barbara Goede, Gerhard Lutz,
Erster Bürgermeister Gerhard Martin und Museumsleiterin Edith Findel.
 

             
Einzelobjekt und Blick in eine Vitrine
 

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Heimatmuseum Rain
Oberes Eck 3, 86641 Rain 

Öffnungszeiten:
jeweils sonntags von 14 bis 16 Uhr

und über das Rathaus:
Mo bis Fr 9.00 – 12.00 Uhr
Mo bis Do 14.00 – 16.00 Uhr

sowie jederzeit nach Voranmeldung
unter Tel. 0 90 90/703-0 bzw. -110 oder -460
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