"Es klappert die Mühle ... "
Die ältesten Wassermühlen in Schwabenim Heimatmuseum Rain vom 17. März bis 30. Juni 2002, sonntags 14 - 16 Uhr und nach Vereinbarung.
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Die Geschichte der Mühlen ist älter als bisher vermutet, sie klappern nicht erst seit dem Mittelalter, sondern bereits seit 696 n. Chr. und setzten die Tradition aus römischer Zeit fort. Dies wird in einer Sonderausstellung über Ausgrabungsfunde in Dasing im Heimatmuseum Rain am Lech dokumentiert. Angespitzte Eichenpfähle, Schaufelrad, Mahlgang und Mühlenbruchsteine wurden dabei entdeckt. Es wurde die erste und älteste Wassermühle auf europäischen Kontinent freigelegt. Sonderaktion am internationalen Museumstag, 12. Mai 2002 Zum internationalen Museumstag wird ein Aktionsprogramm von 14 bis 16 angeboten: Stündlich finden Führungen durch die Ausstellung statt. Kinder und jung gebliebene können sich ein Wasser- oder Wind- Mühlrad selber bauen. Fundstücke einer frühmittelalterlichen Wassermühle im Paartal bei Dasing sind das Kernstück der Ausstellung und geben lebendige Einblicke in den Mühlenbau und die Lebensweise im 7. und 8. Jahrhundert in unseren Breiten. Das bewaldete Hügelland östlich des Lechs wurde im 6. Jahrhundert von Alamannen erschlossen und besiedelt. Zu den Ausbauorten im bajuwarischen Grenzgebiet zählt auch Tegisinga-Dasing. Im Januar 1993 wurden beim Aushub einer Tiefgarage im Paartal in 4,50 m Tiefe die meterlangen Holzpfeiler einer verschütteten Wassermühle freigelegt. Schaufelrad, Mahlgang und zahlreiche Mühlsteinbruchstücke beweisen, dass es sich um die älteste germanische Wassermühle handelt - die einzige ihrer Art auf dem europäischen Kontinent. Die Eichenpfähle der Mühlenbauwerks konnten dendrochronologisch genau datiert werden: Danach entstanden die ersten Wasserbauten im Winter des Jahres 696/697 n. Chr. Eine Generation später, im Winter 743, wurde das Holz für den Neubau geschlagen und die Mühle im anschließenden Frühjahr 744 errichtet. Nach 35 Jahren, vermutlich infolge einer Überschwemmung, hat man das Gebäude im Jahr 779 erweitert. Letzte Reparaturen fanden im April/Mai des Jahres 789 statt. Wenig später fiel sie einer Überschwemmung zum Opfer und wurde bald mannshoch unter Sand- und Kies der Paar verschüttet. Dank der Erhaltungsbedingungen gibt sie nicht nur interessante Einblicke in den zeitgenössischen Hausbau, die Zimmermannstechnik und die Arbeitswelt des Müllers. In Pflanzenresten, Früchten und Samen wird das Mahlgut, aber auch die Flora der Wiesen und Wälder in der Umgebung sichtbar. Vom Mahlwerk haben sich allein über 325 Mühlsteinbruchstücke erhalten, die die Wege des zeitgenössischen Mühlsteinhandels nachzeichnen lassen: Die zentnerschweren Mühlräder wurden per Floß oder Schiff auf Donau und Lech selbst aus den entlegenen Winkeln des bairischen Herzogtums herbeigeschafft, vom Brenner, aus dem Silvrettamassiv und dem Vorarlberg. Cz. |