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Mit Nadel und Faden
Die Vielfalt der Handarbeitstechniken

15. Dezember 2002
bis
30. März 2003

Heimatmuseum Rain

Bericht der "Donauwörther Zeitung vom 12. Dezember 2002 " über die Ausstellungseröffnung
Autor: Manfred Arloth

Kunstgegenstände geschaffen
Ausstellung im Rainer Heimatmuseum - Viele Leihgaben
„Den Winter nutzten früher viele Frauen zur Handarbeit, sei es um Gebrauchsgegenstände oder künstlerische Dinge herzustellen. Die Sonderausstellung ’Mit Nadel und Faden’, von Museumsleiterin Edith Findel ideenreich verwirklicht, bietet viele Anregungen und könnte dazu animieren, dass sich die eine oder andere Besucherin wieder einmal mit dem Herstellen von Textilien beschäftigt“, so Bürgermeister Gerhard Martin bei der Ausstellungseröffnung. Die musikalische Umrahmung übernahm der Rainer Vokalkreis (Leitung: Günter Erckmann).

Museumsleiterin Edith Findel gibt mit der Schau einen Überblick über die mehr als 3000-jährige Beschäftigung des Menschen mit verschiedensten Handarbeitstechniken. Zwei Drittel der ausgestellten Werke sind Leihgaben, und zwar von Ida Almer, Cornelia Billi, Antonie Brandmair, Margit Echtler, Ilse Hohler, Sophie Feil, Waltraud Maser und Johanna Veh (alle Rain), Ingrid Munninger (Genderkingen), Rosemarie Schlüter (Burgheim), Ursula Nickl (Fünfstetten) sowie vom Heimatmuseum Aichach.

Gestickte, gehäkelte oder geklöppelte Tischdecken, Spitzendeckchen oder -kragen sind ebenso zu bewundern wie Gewebtes, Teppiche, Patchwork- und Quiltdecken. „Um überhaupt einen Faden zu bekommen, muss man spinnen“, stellte Frau Findel mit Blick auf Margit Echtler fest, die ihr Spinnrad hurtig sausen ließ. „Mit diesem Wollfaden kann man dann stricken, eine Tätigkeit, die früher durchaus auch von Männern ausgeübt wurde“, erzählte die Museumsleiterin.

Sie verwies auf Socken, Handschuhe und Puppen, aber auch auf einen Unterrock, eine echte Kuriosität. Bei den Häkelarbeiten findet man eine nur ein Millimeter dicke Nadel, bei den Stickarbeiten Sprüche wie „Drückt dich ein Weh, zur Mutter geh!“ Netz-, Loch- und Perlenstickerei bestaunt man ebenso wie Occi- und Hardangertechnik, ferner „freie Stickerei“ aus Indien. In einer Vitrine liegt kunstvoll Geklöppeltes.

Versuch gewagt

Eine 50 Jahre alte Strickmaschine und einige Nähmaschinen deuten darauf hin, dass die Technik auch auf diesem Gebiet Einzug gehalten hat. Und trotzdem wagt sich auch heute noch hin und wieder eine Frau wie Johanna Veh ans Sticken einer großen Tischdecke mit einem bunten Norwegermuster, obwohl sie schon beim Kauf erfuhr: „Mit tausend Stunden Arbeit müssen Sie schon rechnen!“

Sonderprogramm während der Ausstellung

Sonntag, 15. Dezember 2002 Sticken
Sonntag, 22. Dezember 2002 Occi-Arbeiten
Sonntag, 29. Dezember 2002 Klöppeln
Sonntag, 05. Januar 2003 Weben / Knüpfen
Sonntag, 12. Januar 2003 Stricken
Sonntag, 19. Januar 2003 Patchwork
Sonntag, 02. Februar 2003 Weben / Knüpfen
Sonntag, 09. Februar 2003 Weißstickerei
Sonntag, 16. Februar 2003 Klöppeln
Sonntag, 09. März 2003 Sticken
Sonntag, 16. März 2003 Stricken
Sonntag, 23. März 2003 Occi-Arbeiten

Heimatmuseum Rain
Oberes Eck 3, 86641 Rain 

Öffnungszeiten:
jeweils sonntags von 14 bis 16 Uhr
sowie jederzeit nach Voranmeldung
unter Tel.: 0 90 90/703-0 bzw. -112 oder -460
Telefax 0 90 90/703-139.

05.04.2003 / AR