|
von Helga Olshausen 29. September 2002 |
|||
![]() |
Malen ist
Wegbegleitung für Sie schreibt über ihre Arbeit: Verdichtetes Leben sind meine Bilder. Sie mögen als Botschaft begriffen werden mit Herz und Auge dessen, der im doppelten Sinne aufgebrochen ist. Sie sind Suche nach Verbindung zum eigenen Inneren und zum anderen Menschen. Wegbegleitung. Im Malen, dem Tun, das weder Gewinn noch Verlust im materiellen Sinne für mich bringt, erlebe ich mich, erkenne Grenzen. Es lösen sich dabei eventuell Erstarrungen, denn während des Malprozesses gibt es Momente völligen Loslassens. Darin können inspirierte Arbeiten entstehen. Das ist beglückend, wie es die Begegnung mit einem Menschen sein kann, mit der Natur oder wie im religiösen Erleben. Bild links: Gregorianik |
|||
Helga Olshausen 1942 in Reichenberg geboren. Lebt in Rain am Lech. Mitglied der Künstlergilde e. V. Esslingen. Mehrjähriger Privatunterricht bei Karl Paul, Kunstakademie Dresden; Prof. Karl Haberl, Akademien Nürnberg und München, dort auch 2 Semester Gast bei Prof. Rudolf Seitz; mehrere Sommerakademiekurse bei Prof. Heribert Losert in Wörth/Donau und Prof. Gerd Dengler in Neuburg a.d. Donau. Ausstellungen seit 1988 in Donauwörth, Neuburg a.d. Donau, München, Regensburg (Museum Ostdeutsche Galerie), Esslingen (Altes Rathaus und Städtische Galerie Villa Merkel), Reutlingen, Kloster Asbach bei Passau, Bayerisches Nationalmuseum, Kloster Thierhaupten, Galerie Schloß Leitheim, Krummau (Tschechien) und Sète (Südfrankreich).
(Die Vita ist entnommen aus "Heribert Losert und seine Schüler", Ausstellung der Hans Thoma-Gesellschaft Kunstverein Reutlingen, 10.12.1995 - 21.01.1996.)
|
![]() |
|||
| Zur Kunst von Helga Olshausen schreibt Prof. Dr. Dr. Claus-Artur Scheier: Was den Weg aber immer begleitet, ohne dass wir es eigens bemerken, wenn wir auf das Ziel aus sind und ihn deshalb nur als Mittel brauchen, das sind die Wegränder. Kraft ihrer gehört der Weg erst in die Welt. Die Wegränder, sagt die Philosophin Maria Otto in ihrer Meditation über den Ort, bieten "ja die nächste Nähe zu den Dingen, den Schauplatz des Schauens, die Theorie des Alleshabens, ohne es zu besitzen". Weil wir nie eigentlich ankommen, da jede Ankunft zum neuen Aufbruch wird, sind sie, die Wegränder, vielmehr die unscheinbare Ankunft, Gegenwart, wo ich unversehens etwas "nicht mehr in seiner Zweckdienlichkeit für mich sehe, sondern angeleuchtet als das Andere selbst". Und das heißt der Philosophin, "der Daseinsgrund ist nicht vor dem Hier. Das Hier ist sein Grund. Mein Ort hier hat mein Sein bereits gegründet, bevor es nach einem Grund sucht. Er ist Grund genug". Kunst, könnte man deshalb sagen, ist die Kraft des Wegrands. Sie lässt verweilen, indem sie Orte auftut. So auch die Kunst von Helga Olshausen. Ein Oeuvre der Unruhe, der Bewegtheit, dem auch die Beschleunigung zu Sturz und Fall nicht fremd ist, moderne Kunst. Denn die moderne Kunst ist das Gesicht des Flüchtigen, das eben darum der Aufenthalte gewahr wird, der Wegränder, Orte. "Ort der Kraft" heißt eines der Aquarelle, in denen die Erfahrung eines alten Orts, Kloster Windberg, Bild wird. Eine diagonale Bewegung von in-, hinter-, über- untereinandergeschachtelten rechteckhaften Flächen-Räumen, nach oben weg ins helle Gelb, nach unten hin ins dunkle Blau gezogen, schroff abgeschnitten von den Bildrändern. Der schollenhaft zugeschobene Wegrand aber begegnet in der Grenze des oberen Bilddrittels als das offengelassene Weiß des Grundes, das, vielfach überblendet, in der Bildachse quadratisch hervorbricht und ein Dreieck nach vorn trägt, dessen intensives Gelb im Schwung noch über seine Seiten drängt. In solcher Gegenbewegung scheint der Wegrand den Weg zu kreuzen. So verwindet er den haltlosen Fortgang. Das ist ein Ort der Kraft im buchstäblichen Sinn des Wortes, das einst selbst die Bedeutung von "Kunst" hatte und dessen Wurzel "drehen, winden" meint. In der Verwindung des Fort in den Grund des Hier bewährt sich die Kunst von Helga Olshausen, die Künstlerin nicht von Beruf ist, aber aus Beruf. (Prof. Dr. Dr. Claus-Artur Scheier lehrt an der Technischen Universität Braunschweig Philosophie mit den Schwerpuntken Klassische griechische Philosopie, Deutscher Idealismus, Anti-metaphysisches Denken des 19. und 20. Jahrhunderts sowie Philosopie der Kunst. Er ist Ordentliches Mitglied der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft.)
|
|
|||
![]() |
![]() |
|||
| Die Ausstellung "allerhand
handarbeit" von Helga Olshausen zeigt insgesamt 41 Arbeiten in Eingangsbereich,
Treppenaufgang und zwei Sonderausstellungsräumen des Rainer Heimatmuseums. Zusätzlich bereichert eine Vitrine mit Kränzen (Bild links) die Ausstellung. ----------------------------------------------------- Über die Ausstellungseröffnung berichtete die Donauwörther Zeitung am 25. September 2002:
Heimatmuseum Rain
|
||||
25.09.2002 / AR