Wer den Pfennig ehrt ...
Vom Sparen und vom Geld
11.November 2001 bis 3.März 2002 sonntags von 14 bis 16 Uhr, Heimatmuseum Rain
Eine kleine Geschichte vom Sparen und vom Geld.
Die Erfindung des Geldes als anerkanntes Tauschmittel veränderte den Handel unter den Menschen entscheidend. Bei den Germanen waren die römischen Münzen als Wertbesitz noch unbekannt und nicht geachtet, sie waren hübsche Schmuckstücke, die in Familienbesitz blieben. Die Einführung der Geldwirtschaft in Europa erfolgte erst spät im 16. Jahrhundert, bis dahin waren Münzen einer kleinen Schicht von Handelsleuten vorbehalten. Münzen waren unverderblich und konnten gesammelt und aufbewahrt werden, um sie dann einzusetzen, wenn man es benötigte.

10-Pfennig-Schein von Donauwörth
Die Geldmenge wuchs sehr rasch und führte im 18. Jahrhundert zur Herstellung von Papiergeld, welches mit Silber und später mit Gold gedeckt war. Jetzt schätzte man das Geld als Sammelobjekt, da es nicht verderblich war und jederzeit eingesetzt werden konnte.

5-Billionen-Mark Schein, Inflationsgeld von 1923
Sammelten die Bauern ihre Münzen noch in einfachen Behältern unterm Bett, recht unsicher vor Räubern und Überfällen, so veränderte die Einführung der Sparkassen um 1840 die Geldlandschaft entscheidend. Das Sparbuch war geboren, welches Sicherheit und Zinsen brachte.

Alte 5-DM-Münze bis 1990
In den letzten 100 Jahren entwickelten sich vielfältige Formen des Sparens. Etwa hundert einfache, kuriose, schrullige, komische, ungewöhnliche und schmucke Gefäße verwahrten die eifrig gesparten Geldstücke auf. Das Sparziel war in der Regel ein größeres Projekt: Möbel, Radiogeräte, Kleider, Schmuck, später Auto, Haus und Rente. Selbst das Sparbuch war Wandlungen unterworfen: Sparbuch, Sparbrief, Hypothekenbrief, Pfandbrief, Aktien, vom Buchgeld zum Cybergeld, welches per Handy abgerufen werden kann.

Sparbuch von 1920
Die Geschichte des Geldes reicht vom einfachen Tauschmittel, über die Münzprägung, die Einführung des Papiergeldes, die reine Geldwirtschaft, Wertverfall, Geld in Krieg und Inflation, Notgeld, Gedenkmünzen und Währungsreformen.

Die Ausstellung zeigt einen Überblick über die Geschichte des Geldes, die wirtschaftliche Entwicklung und Umgangsformen, Gezeigt werden verschiedene Währungen, von römischen Münzen, Talern, von der D-Mark bis zum neuen Euro. Kernstück der Ausstellung ist die große Sammlung an Spardosen aus etwa hundert Jahren und interessanten Objekten aus aller Welt. Geldkatzen, Blechdosen, Ballspardosen, Tierformen und vieles mehr.
Ausstellungskonzeption: Edith Findel/ Franz MüllerAusstellungsort: Heimatmuseum Rain, Oberes Eck 3, 86641 Rain

Blechspardose als Postkasten aus Schweden

Spardose aus Ton