Sonderausstellung
des Heimatmuseums von 1999
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In den Jahren 1977-1985 hat das Bayer. Landesamt für
Denkmalpflege südlich von Oberpeiching ein Gräberfeld mit 172 Bestattungen des
1. bis 3. Jahrhunderts n. Chr. ausgegraben.
Brand- und Körpergräber spiegeln die Breite antiken Totenbrauchtums und
zeitgenössischer Beigabensitten wieder. Urnengräber, Säuglingsbestattungen oder
"gefährliche Tote" führen vor Augen, wie der antike Mensch über das Ende
seines Lebens und über die Existenz nach dem Tod gedacht hat. Die Grabbeigaben
dokumentieren religiöse Vorstellungen und Jenseitshoffnungen: Große Sorge galt dem
Wohlergehen des Verstorbenen, der in der dkunklen Unterwelt ein blutleeres Schattendasein
führte.
Darüber hinaus vermittelt die Ausstellung einen Eindruck von der Ausgrabung selbst
und den Methoden moderner Archäologie. Friedhöfe aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit
verlangen nicht nur als Bodendenkmal unseren Schutz. Sie fordern auch als Ort von
Trauer und Erinnerung Respekt. Es gehört zu den wichtigen Aufgaben der staatlichen
Denkmalpflege, vor Ort über ihre Arbeit zu berichten und den Bürger für die
historischen und denkmalpflegerischen Probleme seiner Heimat zu interessieren. Wir
danken der Stadt Rain für die Möglichkeit zu dieser Bilanzausstellung, mit der
wir dazu beitragen möchten, die Heimatforschung im Rainer Winkel zu bereichern und
zu beleben.
Bayer. Landesamt für Denkmalpflege |
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