wirtshaus1.jpg (34096 Byte)

Wirtshausschilder in Bayern
-Kunst und Kultur-
Eine Foto-Sammlung von Manfred P. Hassel
16. Mai bis 10. Oktober 2004, Heimatmuseum Rain

Ausstellungskonzeption: Manfred P. Hassel, Edith Findel

Dazu gibt es einen Fotowettbewerb
für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre
Motiv: Wirtshausschilder im Rainer Winkel
und im Landkreis Donau-Ries

Bitte Foto in Farbe, Abzug 13 x 18 cm
mit Name, Adresse und Motivangabe bis
20.9.2004 einsenden an:
Rathaus Rain
Hauptstraße 60
86641 Rain

Weitere Informationen:
Telefon 09090/703-0
E-mail: archiv@rain.de


Diese Fotoausstellung will ein wenig bekanntes, jedoch kunst- und kulturhistorisch sehr interessantes Gebiet vorstellen: Neugier und Interesse wecken für die vielen kleinen Kunstwerke, die vor allem in unserer bayerischen und schwäbischen Heimat so zahlreich zu finden sind. Oft hängen sie ganz unauffällig an den Hauswänden, weil das Gasthaus inzwischen aufgegeben wurde oder anderweitig genutzt wird.

Gasthaus zur Post in Pleß
Gasthaus zur Post, Pleß

Gasthaus zur Krone, Türkheim

Manfred P. Hassel hat über mehrere Jahre Aushängeschilder fotografiert und sich mit der Geschichte, Bedeutung in der Kommunikation, Kunst und Kultur befaßt. Eine Auswahl von Fotos mit Wirtshausschildern wird in dieser Ausstellung gezeigt.

Bilder, Symbole, Markierungen sind am schnellsten wahrzunehmen und gehören zu den wirksamsten Mitteln der optischen Beeinflussung. Dies gilt auch in der heutigen Zeit. Ein einziges treffsicheres Symbol erreicht oft mehr als Worte. Beispiel sind die Verkehrs- und stilisierten Merkzeichen, die Piktogramme.

Griechen und Römer kennzeichneten bereits Herberge, Schenken, Tavernen und Logierhäuser durch auffallende und allgemein verständliche Bildzeichen auf der Hauswand.

Um 800 wies Karl der Große durch eine Verordnung seine Gutsverwaltungen an, sogenannte "Strauß-Wirtschaften" zu betreiben. Hier sollte der mindere Wein an die Bevölkerung ausgeschenkt werden. Kennzeichen für diese Lokale war ein Strauß oder Kranz, meist aus frischem Grün, an der Hauswand oder einer Stange herausgehängt. Das "Aushängeschild" war geboren.

Hauszeichen und Symbole der Wirtshäuser wurden von nun an als beidseitig besticktes Banner oder bemaltes Schild an Stangen ausgehängt. Auch der Handel, das Handwerk und das übrige Gewerbe nutzten diese Werbemöglichkeit.

Im 15. Jahrhundert entstand die Grundkonstruktion des "Auslegers". Der Tragarm mit Stütze, daran das Bildsymbol.

Die große Konkurrenz machte die Auswahl eines markanten Zeichens notwendig. Allgemein bekannte Bildmotive waren in früherer Zeit zur Orientierung in einem Ort notwendiger als heute und für den Fremden und Analphabeten verständlich. Gasthöfe, Wirtshäuser, Herbergen waren auf diese Art gekennzeichnet. Das Bildzeichen wurde zum Haus- und Wahrzeichen.

Die Symbole wurden aus vielen Bereichen gewählt: Umwelt und Alltag, Himmelskörper, Tier- und Pflanzenwelt, Brau- und Schankgeräte, landschaftliche Besonderheiten, Weinanbau, Sagen und Legenden sowie Handel, Religion und Heiligenfiguren.


Gasthaus "Zur Sonne", Bad Wörishofen

Modern: "Sieben-Schwaben-Stuben" in Augsburg

 

Heimatmuseum Rain, Oberes Eck 3, 86641 Rain 

Öffnungszeiten: jeweils sonntags von 14 bis 16 Uhr
oder über das Rathaus:
Mo bis Fr 9.00 – 12.00 Uhr
Mo bis Do 14.00 – 16.00 Uhr

sowie jederzeit nach Voranmeldung
unter Tel.: 0 90 90/703-0 bzw. -110 oder -460
Telefax 0 90 90/703-139

25.05.2004/EF-AR