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Heinrich Huber
Kirchenkomponist
geboren 2 November 1879 in Rain
gestorben 11. August 1916 in Schongau
Kurzvita:
Geboren am 02. November 1879 in Rain (heute: Kirchplatz 2)
Eltern: Heinrich Huber und seine Frau Rosa, geb. Grob
Geschwister: Maria Theresia (* 11.08.1872), Henrica (* 11.09.1875), Rosa (*
02.10.1877) und Franz Xaver (* 14.02.1885)
Ersten Musikunterricht erhielt er von seinem Vater, der die Rainer Schule
leitete, allerdings aber schon am 2. Juli1887 starb
Pädagogikstudium in Lauingen 1892 - 1899
Hilfslehrer in Füssen 1899 - 1902
Kirchenmusikstudium in Regensburg 1903
Chorregent in Schongau 1904 - 1916
Verheiratet seit 22.11.1904 mit Emma, geb. Bader, Brauerei- und
Gutsbesitzerstochter aus Schongau
Kinder: Heinrich (* 20.10.1905 + 13.02.1906), Maria Antonia (*
22.01.1907), Henriette (* 27.01.1908) und Gertrud Karolina (* 21.01.1912).
Gestorben am 11. August 1916 in Schongau (er war seit vielen Jahren
lungenkrank)
Huber wurde in seinen Schongauer Jahren sehr
rasch bekannt als hervorragender Leiter von vokalen und instrumentalen
Klangkörpern, er war ein beliebter Musikpädagoge (sein bedeutendster Schüler
war der Pianist Franz Rupp) und ausgezeichneter Organist der Kath.
Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt zu Schongau.
Sein schöpferisches Wirken als Komponist machte ihn unvergessen; seine
Kompositionen wurden bis 1913 im Verlag Alfred Coppenrath in Regensburg
drucken. Von 1914 an arbeitete er ausschließlich mit Anton Böhm und Sohn in
Augsburg zusammen, dadurch wurde er als Kirchenkomponist überregional
bekannt.
Das kompositorische Lebenswerk von Huber entstand in nur wenigen Jahren -
von 1908 bis 1916. Er komponierte fast ausschließlich geistliche Vokalmusik
für den katholischen Gottesdienst: sechs lateinische Messen und zwei
Requiems sowie zahlreiche "Pange-lingua"- und "Libera"-Vertonungen, dann
Predigtgesänge, Offertorien und deutsche Kirchenlieder. Hubers letzte
Komposition trägt die Opuszahl 26, das Gesamtwerk ist abe nur unvollständig
erhalten, es fehlen die Opera 2, 8, 11, 13, 20, 23 und 24, die vermutlich
nicht im Druck erschienen sind.
Huber war ein liebens- und schätzenswerter katholischer Kirchenkomponist der
bayerischen Spätromantik. In seinem fast ausschließlich geistlichen
Vokalwerk hat er mit Ausnahme der Vesper sämtliche Gattungen der
katholischen Kirchenmusik, die zu seiner zeit gepflegt wurden, mit eigenen
Tonschöpfungen bereichert. Huber war (Kath. Kirchenmusikschule Regensburg)
eigentlich Cäcilianer, aber er rang sich schrittweise zu seinem
charakteristischem Mischstil durch, der Cäcilianisches, die
a-cappelle-Vokalpolyphonie der Renaissance, Elemente der Wiener Klassik und
vor allem die romantische Tonsprache seiner großen Vorbilder Richard Wagner
und Anton Bruckner zu einer Einheit verschmolz.
Sicher ist Zeitverhaftetes unter Hubers Werken, das nicht mehr unserem
Kunstgeschmack entspricht. Manches hat seinen Platz in der erneuerten
katholischen Liturgie des späten 20. Jahrhunderts verloren. Von bleibendem
Wert sind Hubers Marienmesse op. 1, seine Ave-verum-Messe op. 4, das
e-moll-Requiem op. 5, die Schutzengelmesse op. 7, die fünfzig Offertorien
op. 15, das c-Moll-Requiem op. 21 und die Friedensmesse op. 25 (Missa "Salve
Regina Pacis" g-moll) - seine schönste und reifste Schöpfung.
Der vorstehende Beitrag beruht auf den
Forschungsergebnisse von Harald Johannes Mann und dessen Buch "Heinrich
Huber - Schongauer Chorregent und Kirchenkomponist aus Rain am Lech". Diese
Gedenkschrift (128 Seiten, zahlreihe Abbildungen) wurde zum 75. Todesjahr
des Künstlers im Jahr 1991 von der Stadt Schongau heraus gegeben.
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