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Stadt Rain  |  E-Mail: info@rain.de  |  Online: http://www.rain.de

Georg Weber

Unternehmer
geboren 28. März 1910 in Augsburg
gestorben 17. Oktober 1986 in Rain
Georg Weber

Bürgermedaille der Stadt Rain

verliehen am 30. August 1977

 

Ehrenbürgerschaft der Stadt Rain

verliehen am 05. Februar 1980

 

Weitere hohe Auszeichnungen:

Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Staatsmedaille für besondere Verdienste um die Bayerische Wirtschaft

Georg Weber gründete 1947 die Firma Dehner und baute sie aus kleinsten Anfängen zu einem der größten Unternehmen der Branche in Deutschland auf. Bereits 1980 beschäftigte sie am Stammsitz Rain rund 500 Mitarbeiter und war damit größter Arbeitgeber. 25 Jahre (2005) ist der Betrieb mit 95 Gartencentern der Marktführer in Deutschland und beschäftigt über 1100 Arbeitnehmer allein in Rain bzw. 5300 im Gesamt-Unternehmen.

Georg Weber war ein großer Förderer von Vereinen und gesellschaftlichem Leben. Nach ihm sind der von ihm gestiftete Park zwischen Altstadt und Ziegelmoos und das Stadion des TSV Rain benannt.

 

Würdigung der Donauwörther Zeitung am 20. Oktober 1986

Georg Weber hat Rain zur Rosenstadt gemacht

Aus kleinen Anfängen entstand ein Spitzenunternehmen

Georg Weber ist tot. Die Trauer greift weit über die Familie, über den Freundeskreis und die Mitarbeiter hinaus. Der Seniorchef der Firma Dehner fühlte sich der Stadt, die ihm liebe Heimat wurde, und ihren Bürgern verpflichtet. Er ließ sei, ließ ihre Vereine und Institutionen teilhaben an seinem Erfolg, an der Prosperität des Unternehmen, dessen Namen er weit über Bayern hinaus bekannt gemacht hat. Weber, der 76 Jahre alt wurde, machte Rain zur Rosenstadt.

 

Eisern begonnen

Auf Rosen gebettet war Georg Weber in seiner Kindheit und Jugend nicht. Der Eisenbahnerbub aus Augsburg wurde Eisenwaren-Kaufmann und in jungen Jahren bereits mit der Prokura bedacht. Im Jahre 1940 heiratete er Albertine Dehner in Rain. Dass damit die Weichen seiner Lebensfahrt in eine neue, ganz anders ausgelegte Richtung gestellt wurden, ahnte damals noch niemand.

Nach der eisenharten Kriegszeit war mit Eisen kein Geschäft mehr zu machen. Also besann sich Georg Weber seines Steckenpferdes, der Samenzucht für den Garten. Da im elterlichen Geschäft der Gattin neben Lebensmitteln (die gab es ebenso nur beschränkt und gegen Bezugsmarken) auch Sämereien gehandelt wurden, passte das Hobby in die Branche. Gärtnersamen waren begehrt, denn sie verhießen in der Hungerzeit zusätzliche nicht rationierte Nahrung.

 

Trend erkannt

Es kamen rosigere Zeiten. Erdbeeren verdrängten die Erdäpfelbeete, Rosen die Rüben im Hausgarten, nur Gemüse und Salat blieben. Georg Weber erkannte den Trend, bot Blumenzwiebeln und Zierstauden, Obstbäume und Beerensträucher an. Und weil Gärten bearbeitet und gepflegt werden müssen, wuchs das Sortiment, umfasste bald Werkzeuge und Pflegemittel, schloß Treibhäuser und Gartenmöbel sowie den Blumenschmuck für Heim und Balkon mit ein. Doch um preiswert bieten zu können, suchte Weber, von seiner Frau und bald auch von seinen Kindern unterstützt, neue Absatzmärkte und fand sie zuerst im Versandhandel. 800 000 Kataloge und noch mehr gingen und gehen alljährlich von Rain hinaus.

 

Verbrauchermärkte

"Alles für den Garten" - das sollte es aber nicht nur in Rain und per Post geben. Garten-Center entstanden; die grünen "Verbrauchermärkte" mit dem Namen Dehner gibt es heute schon über zwanzigmal in ganz Süddeutschland.

Und noch einer Entwicklung trug Weber bald Rechnung: der Wunsch nach Haustieren, vor allem "kleiner Hausgenossen". "Garten-Dehner" wurde zum "Dehner-Zoo" erweitert und alsbald ebenso zum Begriff.

 

Rain blieb Mittelpunkt

Aber im Mittelpunkt blieb Rain. In der Lechstadt präsentierte Weber Jahre hindurch neue Rosenzüchtungen und er fand hoch-renommierte Paten dafür (u. a. Mildred Scheel, Anneliese Rothenberger, Mirielle Mathieu). Die Gartenschauen zogen Hunderttausende an. Abertausende sind es im Jahr, die mit Bussen Station bei Dehner machen, um sich am Blütenparadies und den Tieren zu erfreuen.

Weitblick zeichnete Georg Weber aus, verbunden damit Initiative und die Bereitschaft zum Risiko, das auch bei solider Kalkulation bleibt, sowie die Solidität. Dazu kam seine soziale Verantwortung zuletzt über mehr als 1000 Mitarbeiter, denen er sich dankbar verpflichtet wußte. Und seine vielfach bewiesene Hilfsbereitschaft.

Zahlreich sind die Ehrungen, die Georg Weber zuteil wurden. Der Bundespräsident zeichnete ihn mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Staatsminister Anton Jaumann überreichte ihm die Staatsmedaille für besondere Verdienste um die bayerische Wirtschaft. Bei der Laudatio stellte Jaumann schon 1979 neben die außerordentlichen unternehmerischen Fähigkeiten "das heute branchengrößte Gartenfachunternehmen dieser Art in der Bundesrepublik", ja sogar eine "europäische Spitzenstellung" heraus. Phantasie, Gespür für Marktchancen und das Machbare sowie ein Lebenswerk im Rahmen der Sozialen Marktwirtschaft hob der Minister hervor.

Als besondere Auszeichnung empfand Georg Weber stets die Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Rain zu seinem 70. Geburtstag. Bürgermeister Karl Würmseher erinnerte damals an den Aufbau des Betriebes zum größten Arbeitgebers Rains, an die Werbewirksamkeit, die mit dem Namen Dehner verbunden ist ("das Schaufenster der Stadt"), an die vielfachen Förderungen des öffentlichen Lebens. Sicher habe man sich, so wurde auch in der damaligen Erwiderung des Ehrenbürgers deutlich, dann und wann "zusammenraufen" müssen, aber stets in gegenseitiger Achtung.

 

Generöse Revanche

Georg Weber revanchierte sich generös: Er stiftete zum Ziegelmoos hin eine Parkanlage und krönte das Ganze mit einem Bronzebrunnen. Der Name Georg Weber lebt in dieser Stiftung weiter.

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