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Stadt Rain  |  E-Mail: info@rain.de  |  Online: https://www.rain.de

Taksony in Ungarn

Logo Taksony

Die Partnerschaft 

Die freundschaftliche Verbindung nach Taksony wurde von deutscher Seite mit Beschluss des Stadtrates Rain vom 17. Juni 2011 offiziell eingegangen. Die Partnerschaft wurde durch Urkunden sowohl in Taksony (30. Juli 2011) wie in Rain (20. Mai 2012) vereinbart und besiegelt.

Grossansicht in neuem Fenster: Unterzeichnen der Urkunden für die Städepartnerschaft mit Taksony 

Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde am 20. Mai 2012 in Rain

 

Bild rechts:

1. Bürgermeister Gerhard Martin, Rain, beim Unterzeichnen der Urkunden für die Städepartnerschaft mit Taksony am 20. Mai 2012 im Rainer Rathaus; links im Bild der Bürgermeister von Taksony, László Kreisz.

 

 

 

  

Besuchsreisen

Nachdem 2011 eine Delegation aus Rain in Taksony war, um den Partnerschaftsvertrag zu unterzeichnen, wurde 2012 die Partnerschaft in Rain endgültig besiegelt. Die Zeremonie fand in Anwesenheit von Ehrengästen und allen Stadtratsmitgliedern sowie einer Delegation aus Taksony im großen Sitzungssaal des Rainer Rathauses statt. Unterschrieben wurde der Vertrag vom 1. Bürgermeister Gerhard Martin (Stadt Rain) und Bürgermeister László Kreisz (Taksony).

 

Auf Anregung der Rainer Familien Fibi und Ullmann gab es Besuchsreisen von deutschen Delegationen (darunter auch die Stadtkapelle, Bürgermeister und mehrere Stadträte und von Gruppen aus dem Ort südlich Budapest zu mehreren Stadtfesten. Bereits in den Jahrzehnten vor Aufnahme der "offiziellen" Kontakte hielten viele ehemaliger "Takser", die nach Rain ausgesiedelt worden waren, den Kontakt in die frühere Heimat.

 

Taksony - Lage und Statistik

Taksony liegt etwa 5 km südlich der Hauptstadt Budapest am linken Ufer der Donau und gehört zum Komitat Pest. Es zählt 5426 Einwohner und hat etwa 2000 Wohnhäuser. Viele Einwohner von Taksony sprechen deutsch. Die deutsche Sprache wird schon im Kindergarten und in der Grundschule gelehrt.

 

Die Großgemeinde liegt am nördlichen Breitengrad (45 Grad 20 Minuten) und östlichen Längengrad (19 Grad 4 Minuten). Sie wird von der Landstraße Nr. 510 durchquert. An der Siedlung führt die internationale Eisenbahnlinie Budapest - Kelebia vorbei. Die Gemeinde verfügt über einen Bahnhof. Im Norden ist sie von Dunaharaszti, im Osten von Alsónémedi und Bugyi, im Süden von Dunavarsány begrenzt.

 

Die höchste Stelle der Gemeinde, der Lerchenberg, erhebt sich 120 m über den Meeresspiegel.

 

Taksony - Geschichte

Der Ort entstand auf der Terrasse des hohen Anschwemmungskegels der Donau. Sein Klima wird von der Tiefebene bestimmt. In den mittelalterlichen Urkunden kommt das Dorf mit den Namen Taxon, Taxun, Takson und anderen Schreibformen vor. Zur Zeit der Landnahme gehört die Siedlung zum Fürstenquartier. Ihren Namen bekam sie nach Taksony, dem Sohn des Großfürsten Zoltán und Enkel des Fürsten Árpád (führende Gestalt nach der ungarischen Landnahme, im Amt 886 bis etwa 907, Begründer der Arpáden-Dynastie). Taksony selbst war 931 geboren und starb zwischen 970 und 973, er war von 955 vermutlich bis zum Tod Großfürst von Ungarn. Der Überlieferung gemäß wurde Taksony hier an der Donau beerdigt.

 

Die erste Urkunde ist vom Jahr 1270 bekannt. Taksony war einst Ordenbesitz und ist in dieser Zeit gewachsen. Nach der Niederlage von Buda (1541) begann auch in Taksony die Türkenherrschaft. Die im Mittelalter begonnene Blütezeit wurde mit der osmanischen Eroberung nicht abgebrochen, das Dorf verödete nicht, es kam aber in Besitz von oft wechselnden muslimischen Inhabern. 1683 - während des Krieges, durch den die Türken verjagt wurden - war Taksony verwüstet.

 

Nach der Niederlage vom Rákóczi (Freiheitskampf von 1703 bis 1711 - der letzte und größte Aufstand ungarischer Adliger gegen die Habsburger, benannt nach seinem Anführer Franz II. Rákóczi) begann eine neue, friedliche Epoche. In der Gemeinde kamen die ersten deutschen Ansiedler an. Im 18. Jahrhundert kamen in verschiedenen Etappen deutsche Ansiedler hierher, viele davon aus Baden-Württemberg. Durch ihr Niederlassen wurde Taksony zu einer deutsch-ethnischen und römisch-katholischen Siedlung. Die Ansiedler bekamen reichlich Ackerlend, Wiesen und Weiden, und da sie fleißig waren, wurde die Gemeinde und die Einwohnerschaft bald vermögend. Bis ins 19. Jahrhundert erhöhten sich Einwohnerzahl und Guterbesitz.

 

Die deutschstämmigen Einwohner haben - Herkunftsbewusstsein und Tradition bewahrend - sich dem Ungarntum immer mehr angepasst, stellten sich 1848/49 eindeutig an die Seite des Freiheitskampfes und stellten 103 Nationalgardisten. Während der anschließenden Industrialisierung des Landes wurde in Taksony eine Stärkefabrik, eine Strohhülsenfabrik und eine Spiritusraffinerie aufgebaut. Diese waren aber der Landwirtschaft nicht gewachsen. Die überwiegende Zahl der Einwohner lebte von Ackerbau und Verkauf der Produkte.

 

Vom Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde 1944 unmittelbar betroffen. Das Kriegsende hat für die deutschstämmigen Einwohner keinen Frieden gebracht. Im Januar 1945 waren von den Schwaben 736 Personen in die Sowjetunion auf "malenkij Robot" verschleppt worden, fast 400 Menschen kamen nicht mehr nach Hause. 1946 wurden 548 Schwaben vertrieben, die Anzahl der Dorfbewohner sank damit deutlich.

 

Ein weiteres tragisches Ereignis war das Erdbeben am 12. Januar 1956, das eine Unzahl von Häusern zerstörte. Weite Gebiete Ungarns wurden damals von einem starken Erdbeben erschüttert, das zwei Tote und 38 Verletzte forderte. Den größten Schaden erlitten die Städte Dunaharaszti und Taksony. Die Solidarität in der ungarischen Gesellschaft war groß - aus dem ganzen Land halfen Handwerker freiwillig beim Wiederaufbau. Der 23. Oktober 1956 (Ungarn-Aufstand) markiert ein weiteres geschichtliches Ereignis.

 

Die Kirchengemeinde

Seit 1752 ist Taksony eine selbständige Kirchengemeinde. Der Grundstein der Kirche wurde 1804 gelegt, 1811 wurde sie fertig gestellt. Die Kirche hatte ein Mittelschiff und wurde im Barockstil gebaut. Sie wurde der hl. Anna geweiht. 1874 und 1894 wüteten Feuerbrünste, auch die Kirche brannte ab. Sie wurde restauriert. 1944 haben die Deutschen durch Einschuss den Turm abgerissen, den die Einwohner bis Weihnachten 1955 neu aufgebaut haben. Das Erdbeben am 12. Januar 1956 hatte die Kirche vollig zerstört. Architektonisch gesehen ist die heutige Kirche ein Meisterwerk von europäischem Niveau. Sie wurde bei wenig staatlicher Unterstützung mit Spenden und gemeinsamer Arbeit 1958 aufgebaut.

 

In Taksony leben heute 2000 Menschen reformierter Konfession. Mit materiellem Beitrag und viel gemeinsamer Arbeit erbauten sie 1987/88 das reformierte Bethaus, das sie 1996/97 mit ähnlichem Zusammenhalt erweitert haben. 

 

Die politische Gemeinde

Die Gemeinde hat ab 1980 die Schule kontinuierlich erweitert. 1990 wurde eine Turnhalle, bald danach ein Landambulatorium (Zusammenfassung verschiedener Ärzte in einer Praxis, auch "Ärztehaus"). Die Infrastruktur der Gemeinde ist bis auf das 26 km lange Straßennetz - von dem nur 6 - 8 % gepflastert ist - verhältnismäßig gut. Mit Strom-, Leitungsgas- und Trinkwassernetz ist die Gemeinde zu 100 % versorgt. Ebenso kann jeder Bürger einen Telefonanschluss erhalten.

 

Der Ausbau der Abwasserkanalisation läuft. Charakteristisch für das kulturelle Leben ist, dass von Kleinkind bis zur älteren Generation Folklore-Ensembles tätig sind. 1994 wurde das Heimathaus eingeweiht, in dem die schwäbische Tradition bewahrt wird. Das Interesse für Sport wird immer größer. In der Gemeinde gibt es verschiedene Sportmöglichkeiten.

 

Die Großgemeinde wird vom Bürgermeister, dem Notar (Geschäftsleiter des Rathauses) und von 14 Abgeordneten geleitet. Die Selbstverwaltung der deutschen Minderheit wurde 1994 gegründet.

 

Taksony unterhält seit 1991 auch eine Partnerschaft mit der Gemeinde Henfenfeld im Landkreis Nürnberger Land.

 

Das Wappenschild von Taksony

Stehendes Wappenschild (Herzschild), Breite zwei Drittel der Höhe. Das Schild ist in der Mitte gespalten. Die rechte Seite ist proportionell zweimal geteilt, die linke Seite einmal, im Verhaltnis von 2/3 zu 1/3.

 

Im ersten Feld stehen vier stlisierte Weizenähren, silbern auf rotem Grund.

Im zweiten Feld befindet sich eine Pflugschar, die Spitze nach oben und die Schneide an die Spalte gerichtet, rot auf silbernem Grund.

Im dritten Feld ist ein Stock mit zwei Weintrauben und einem Weinblatt zu sehen. Die Pflanze hält sich mit Ranken am Stock fest. Farbe: silbern auf rotem Grund.

Im vierten und fünften Feld steht im Richtung Spalte eine Turteltaube mit einem Ölbaumzweig im Schnabel, Farbe silbern auf blauem Grund.

Das sechste Feld teilen sechs gleiche waagerechte Wellen, silbern und blau.

 

An der Helmform ist die Überschrift Taksony, darunter Taks zu lesen.

Das Schilld wird von zwei ebenmassigen Weidenzeigen umrahmt, die sich unten kreuzen.

 

Ungarn

Ungarn ist ein Binnenstaat in Mitteleuropa, der zum Großteil im Pannonischen Becken liegt. Angrenzend befinden sich die Staaten Österreich, Slowakei, Ukraine, Rumänien, Serbien, Kroatien und Slowenien. Auf einer Fläche von 93.036 km² leben ca. 10.000.000 Menschen. Die gebräuchlichste Sprache ist Ungarisch, wobei aber auch viel kroatisch gesprochen wird.

 

Der längste Fluss in Ungarn ist die Donau, zu deren Einzugsgebiet das gesamte ungarische Staatsgebiet gehört. Der größte See Mitteleuropa liegt hier in Ungarn, der Plattensee. Er ist neben der Hauptstadt Budapest das wichtigste Tourismusgebiet. Fast alle Mittelgebirge in Ungarn tragen in höheren Lagen dichten Laubwald. Die Hänge und Becken sind mit fruchtbaren Böden bedeckt, die Acker-, Obst- und Weinbau ermöglichen. Thermalquellen, die an den Rändern der Mittelgebirge auftreten, sind Zeugnisse eines vergangenen und lebhaften Vulkanismus. Ungarn verfügt im Vergleich zu anderen Staaten Mitteleuropas, aufgrund der beckenartigen Struktur, über relativ große Wasserressourcen (ca. 12 Milliarden Kubikmeter Frischwasser im Jahr).

 

Die Infrastruktur wird sukzessive ausgebaut. Viele Autobahnen und Schnellstraßen befinden sich in Planung und Bau, sowie ein weitläufiger Ring um Budapest. Die Eisenbahnlinien laufen, wie die Autobahnen auch, sternförmig auf die zentral gelegene Hauptstadt zu. Ungarn besitzt keine Wasserkraftwerke, dafür beruht die Energieversorgung hauptsächlich auf Wärmekraftwerke, in denen aus Kohle und größtenteils importiertem Erdöl und Erdgas Strom erzeugt wird.

  

Klima

In Ungarn herrscht ein relativ trockenes Kontinentalklima mit kalten Wintern (Januar zwischen -3 °C und - 1 °C) und warmen Sommern (Juli zwischen + 21 °C und +23 °C). Die ergiebigsten Niederschläge sind im Frühsommer zu verzeichnen. Auf Grund der vorherrschenden, Regen bringenden Westwinde beträgt die mittlere Niederschlagsmenge rund 800 Millimeter, während in den östlichen Landsteilen in trockenen Jahren 500 Millimeter unterschritten werden können. Die Niederschlagsmenge nimmt generell von Westen nach Osten ab.

 

Bevölkerung

Gemäß jüngsten Schätzungen der CIA (Central Intelligence Agency) leben in Ungarn inzwischen weniger als 10 Millionen Menschen. Dieser Rückgang könnte die niedrige Geburtenrate (rund zehn Geburten auf 1000 Einwohner) in dem Land sein. Nach einer Volkszählung im Jahr 2001 hatte Ungarn noch knapp 10,2 Millionen Einwohner, woraus sich der seit den 1980-er Jahren zu verzeichnende Rückgang der Einwohnerzahl auch nach den Zahlen des Statistischen Bundesamt fortsetzt.

Etwa 2,4 Millionen Magyaren leben außerhalb Ungarn im Karpatenbecken. Da ihr Siedlungsgebiet auf Grund des Vertrages von Trianon als Folge des Ersten Weltkrieges jenseits der heutigen Staatsgrenzen liegt, führt dies noch heute gelegentlich zu politischen Verstimmungen zwischen den Nachbarländern und Ungarn.

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