Die Sonderausstellung des Heimatmuseums Rain:
Rain 2000       Rückblick - Ausblick
- Wettbewerbsarbeiten für ein Kunstobjekt in der Hauptstraße in Rain -
wurde im Juni/Juli 1999 gezeigt. Nachstehend die Informationen dazu.

Geleitwort  Wozu Kunst?   Die Aufgabe   Jury   Teilnehmer   Katalog

Geleitwort

Die Stadt Rain hat sich entschlossen einen Kunstwettbewerb durchzuführen. Ziel war es, ein Objekt zu finden, das die Vergangenheit und das Heute der Stadt aufnimmt und einen Ausblick auf die Zukunft ermöglicht. Vielfältige Lösungsmöglichkeiten wurden von den unterschiedlichsten Künstlerpersönlichkeiten angeboten und von der Jury bewertet.

Wir sind der Meinung, daß die Überlegungen und die Entwürfe aller am Wettbewerb beteiligten Künstler einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden sollten. Katalog und Ausstellung ermöglichen dies.

Ein Kunstobjekt inmitten des Zentrums einer Stadt kann keinen unbeteiligt lassen. Es fordert vielmehr im täglichen Leben auf, sich mit ihm zu beschäftigen, es zu interpretieren und zu bewerten. Unsere Ausstellung gibt dazu in ähnlicher Art Gelegenheit. Ich bin überzeugt, daß damit eine Diskussion über die Kunst im öffentlichen Raum eröffnet wird, die für alle Beteiligten fruchtbar sein wird.

Ich bedanke mich bei allen Künstlern, die an dem Wettbewerb teilgenommen haben und den Mitgliedern der Jury, die sich sehr intensiv beteiligt haben. Der Ausstellung wünsche ich einen guten Verlauf.

Gerhard Martin, 1. Bürgermeister

Wozu eigentlich Kunst?

Eine der vielen Definitionen, die den Begriff Kunst zu erklären versuchen, bezeichnet sie als "die schöpferische Gestaltung von Erfahrungen, Ideen und Emotionen". So betrachtet soll also in erster Linie durch den Ankauf und die Präsentation von Kunst einigen wenigen Menschen, die sich das zum Beruf gemacht haben, was anderen lebenslänglich unwichtig oder rätselhaft bleibt - nämlich die Kunst - ein Forum und materielle Unterstützung zur Verwirklichung ihrer Ideen gegeben werden. Neben diesem sicher wichtigen Aspekt muß aber auch die Bedeutung für den Betrachter mit einbezogen werden. Kunst, auch wenn sie sich nicht immer auf den ersten Blick erschließt, lädt ein zur Kommunikation, zum Stehenbleiben, zum Wahrnehmen. Je nach Erfahrungshintergrund und Lebenssituation, vor allem aber persönlicher Offenheit werden Deutungsversuche in der Kunst unserer Zeit jedoch unterschiedlich ausfallen. Denn Kunst ist immer auch eine Antwort auf die Wirklichkeit und in einer so komplizierten Zeit wie der unsrigen am Übergang zum nächsten Jahrtausend kann diese Antwort nicht eindeutig ausfallen. Und nicht zuletzt ist Kunst auch ein Stück Zeitgeschichte. Erst im Rückgriff auf Vergangenes wird vieles durch die verschiedenen Sparten von Kunst und Gestaltung erklärbar und kann so als Zeichen einer Zeit gewertet werden.

Deshalb ist es kein Luxus, sondern Notwendigkeit einerseits und Bereicherung andererseits, wenn Kunst auf öffentlichen Plätzen und Räumen präsentiert wird.

Ruth Borisch, Freischaffende Künstlerin, Mitglied der Jury

Wettbewerbsaufgabe

Die Stadt Rain beabsichtigt zum Abschluß der Sanierungsarbeiten der Hauptstraße mit einem zeitgenössischen Kunstobjekt neue optische Akzente zu den bereits vorhandenen markanten Punkten zu setzen.

Rain als überschaubare Kleinstadt, als Einkaufsstadt, aber auch als Ort zum Wohnen und Leben steht im Mittelpunkt dieses Wettbewerbs. Auch die Geschichte und die geographische Lage der Stadt können dabei berücksichtigt werden.

Ort für ein im Wettbewerb zu ermittelndes Kunstobjekt ist die Hauptstraße in Rain, die im Westen durch das Schwabtor begrenzt wird. Das Bayertor als östliche Begrenzung wurde 1866 abgebrochen. Die Hauptstraße war seit jeher wirtschaftlicher Mittelpunkt der Stadt Rain.

Das Rathaus mit seiner Rokokofassade, unweit davon das 1914 geschaffene Tilly-Denkmal sowie der Marienbrunnen von 1863 tragen in erster Linie zum optischen Gesamteindruck der Hauptstraße bei. Ein weiterer Brunnen schließt sich am Ostende der Straße an. Als Zentrum gilt bisher der Platz vor dem Rathaus, der regelmäßig für Märkte und andere Veranstaltungen genützt wird. Durch die Anpflanzung von Bäumen und eine abgeänderte Verkehrsführung wird der Hauptstraße im Zuge der Sanierung ein neues Gesicht gegeben. Dies soll noch unterstützt werden durch ein Kunstobjekt (ein- oder mehrteilig), das den bestehenden Gesamteindruck sinnvoll ergänzen soll.

In Hinblick auf die Vergangenheit, aber auch die Zukunft Rains am Übergang in das nächste Jahrtausend steht der Wettbewerb daher unter dem Motto: Rain 2000, Rückblick - Ausblick.

Mitglieder der Jury
Herr Gerhard Martin, Bürgermeister der Stadt Rain
Frau Herta Knoll, ehemalige 2. Bürgermeisterin der Stadt Rain
Frau Ruth Borisch, freischaffende Künstlerin
Herr Hofmockel, Regierung von Schwaben
Herr Xaver Geissler, Landratsamt Donau-Ries
Herr Alfred Hackenberg, Stadtrat, Bauausschuß
Herr Architekt Hermann Moser, Arch.-Büro Moser und Rott
Herr Ingenieur Johann Bartl, Ing. Büro Bartl
Herr Stadtbaumeister Josef Schmidberger, Stadt Rain
Herr Stadtbaumeister Albert Braun, Stadt Rain
Herr Andreas Thomas-Barein, 1. Vorsitzender Gütegemeinschaft "Wir aus Rain"

Teilnehmende Künstler und ihre Themen

Die nachstehende Reihung erfolgte nach dem Eingang der Beiträge bei der Stadt.

Norbert G. Zagel, Langweid
Friedensengel für das 3. Jahrtausend

Atelier GbR Jäger, Augsburg
Das Zeichen "O"

Klaus Goth, Schlipsheim
Dreiteilige Skulpturengruppe

Künstlergemeinschaft Rathaus, Rain
Rain 2000 - Rain als aufstrebende Stadt

Rainer Röschke, Rohrenfels
Bronzefrau mit Baby 

Thomas Klughammer, Markt Indersdorf
Zukunftsteleskop

Pfeiffer "Metallarbeiten mit Pfiff", Walkertshofen
Zeitfaden

Johann Widmann, Dasing
Messingpyramide

Franz Höchstötter, Adelsried
Rückblick - Ausblick

Wilhelm Hertle Gestaltung, Augsburg
"Bauklötzchen"

Glasgestaltung Harry Zengeler, Diessen-Obermühlhausen
2 Skulpturen

Bildhauer Wolfgang Auer, Friedberg
Einkäuferin mit Kind

Gerald-M. Stecker, Augsburg
Das neue Ost-Tor

Gerold Sauter, Augsburg
Erinnerung an das Bayertor

Gross Design-Studio, Langerringen
Organische Skulptur

Manfred J. Nittbaur, Wertingen
Die berühmten Söhne der Stadt Rain

Fred Jansen, Oettingen
Trinkwasserbecken

Gerdy Schön-Kurz, München
Rain: Blumenstadt - Gärtnerstadt

Christof Rehm, Augsburg
Rain: Zukunft wächst jetzt

Erika Berckhemer, Diedorf
Mobiles Kunstobjekt

Katalog

Begleitend zur Ausstellung hat die Stadt Rain einen Katalog herausgegeben, der kostenlos erhältlich ist:
48 Seiten, 20 Abbildungen, Format DIN A 5.
Bestellung: Stadt, Hauptstr. 60, 86641 Rain, Tel. 09090/703-410.

Informationen zu allen Sonderausstellungen des Heimatmuseums

06.09.1999/JS u. AR