Sehenswürdigkeiten in Rain

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Allerheiligenkapelle
Die einstige Allerheiligenkapelle, früher auch Rochuskapelle genannt, erbaut ab 1471, ist ein einschiffiger spätgotischer Bau mit Pultdach und schlankem Turm. Die im ausgehenden 17. Jahrhundert erneuerte, flache Decke ziert hochbarocker Stuck aus Rahmen, Muscheln und leichtem Akanthus. Das Schmuckstück des Innenraums ist der hochbarocke Altar mit seinem wuchtigen Aufbau, dessen sechs Säulen korinthische Kapitelle tragen. Den Altar ziert ein relativ seltenes hoch- und spätbarockes Andachtsmotiv der "Sieben Zufluchten".
Gruft und Karner unter der Kapelle weisen auf ihre frühere Bestimmung als Friedhofskirche hin. Um neue Begräbnisplätze zu schaffen, wurden immer wieder Gebeine ausgegraben und in den Karner der Allerheiligenkapelle gebracht. Die zum Teil beschrifteten Schädel stammen überwiegend aus dem 17. Jahrhundert. Die Gruftkapelle des aufgehobenen Gotteshauses, ein tonnengewölbter Raum mit Stichkappen, präsentiert sich heute völlig schmucklos. Eines der letzten vier in Bayern erhaltenen Gebeinsgewölbe.

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Bahnhof
Der Bahnhof Rain besitzt noch sehr umfangreiche Gleisanlagen, obwohl hier praktisch kein Güterverkehr mehr abgewickelt wird. Das war früher anders, als während der Zuckerrübenkampagne viele Züge täglich aus dem süddeutschen Raum hier ankamen. Zwischenzeitlich war sogar schon die Schließung des Bahnhofs geplant, aber durch die Trasse Ingolstadt – Augsburg wieder verworfen worden. Im Zuge der Gartenschau „Natur in Rain“ erhielt auch der Bahnhofsvorplatz ein neues Gesicht. Funktionalität und Ästhetik wurden hier in beispielhafter Weise in Einklang gebracht. Eine Parkinsel mit Schatten spendenden Bäumen schafft Platz für 18 Autos. Direkt am Vorplatz können Taxis und Busse halten.

 

 

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Bayertor und „Zukunft wächst jetzt“
Im Osten der Hauptstraße stand das Bayertor mit Toranlagen und Burggraben. 1648 hing am Bayertor noch eine öffentliche Uhr. Im 17. Jahrhundert wurden die vorgebauten Anlagen verkleinert und 1850 das gesamte Tor abgetragen.
Der Augsburger Künstler Christof Rehm schuf zum Kunstwettbewerb „Rain 2000“ das Kunstwerk „Zukunft wächst jetzt“. Es erinnert an die ehemalige Bayertoranlage. Der Granitblock steht für die Vergangenheit, durch den vitalen Ginkgobaum für die Gegenwart verbunden mit dem aufwärtsstrebenden Zukunftsbogen aus Edelstahl. Der Rainer Industrielle Max Drossbach hat 1977 die Brunnenanlage an der Grünanlage bei der Kreuzung gestiftet.

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Burgviertel und Ziegelschanze
Der heute noch als Burgviertel bezeichnete Stadtwinkel erinnert an die Burganlage des frühen 13. Jahrhunderts. Herzog Otto II., der Erlauchte, baute sie wohl nach Gründung der Stadt Rain um 1250. Nach Kriegsbeschädigung 1322 wurde die alte „Veste“ niedergelegt und das neue Schloss im Nordosten errichtet.
Im Südosten wurde 1632 die Schanzanlage, die Ziegelschanze, als Dreiecksschanze erhöht. Die Ziegelbastei samt neu angehängtem Werk, genannt „die Höll“, gehörte später zur „Gräserei“ und zählte zur Besoldung der Beamten.
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Dehner BlumenPark
Der 30.000 m2 große Schaugarten der Firma Dehner vereint Gartenelemente aus Asien, vom Mittelmeer und aus England in einem einzigartigen Blumenpark.
Um unter Palmen zu flanieren, an plätschernden Wasserfällen zu entspannen, einen alpin bepflanzten Hügel zu erklimmen, exotische Vögel zu beobachten oder an einer mit Ried und Rohrkolben bepflanzten Senke einem Froschkonzert zuzuhören, brauchen Sie nicht unbedingt weit zu reisen.
Garten- und Naturliebhaber finden das alles hier auf einem einzigen Gelände vereint. Hauptattraktion ist sicherlich der großartig gestaltete Japanische Landschaftsgarten mit Großbonsais und Teichen, Wassertreppen, Findlingen und Bogenbrücke. Liebhaber von Steingärten kommen ebenso auf ihre Kosten wie Rosenfreunde, die hier viele Arten und Sorten bewundern können.

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Der Freche Staudengarten
Der Staudengarten schiebt sich mit einer sehr modernen Formensprache zwischen die vorhandenen Privatgärten. Dieses Sich-Hinein-Schieben wird durch die Art der Pflanzenverwendung verstärkt. Große Gruppen sich auch reibender Farbgebung wie Magenta zu Orange und eine spannungsvolle Anordnung großblumiger Stauden zu kerzenförmigen Stauden sorgen für nicht alltägliche Blühaspekte. Und so darf sich der Garten ‚der Freche Staudengarten’ nennen.
Dabei zeigt sich das Bild durchaus individuell an die einzelnen Situationen angepasst und ergibt eine harmonische Gesamtwirkung: An der Treppe legt sich die Sonne besonders an, hier sind auch mit Rotem Sonnenhut, Brandkraut und Blutweiderich sowie rostfarbener Schafgarbe die kräftigsten Farbkombinationen zu finden. Richtung Bach nimmt die Farbintensität ab.
Die Pflanzung ist überwiegend aus langlebigen und sehr robusten unempfindlichen Stauden aufgebaut, so dass der Pflegeaufwand der späteren Daueranlage überschaubar ist.

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Friedberger Ach
Der Achbach oder „die Friedberger Ach“, ein kleiner Nebenfluss der Donau, trägt diesen Namen seit seinem Durchlauf durch Friedberg. 1555 wurde dort das Wasser eines zweiten Baches in die Ach umgelegt, um als Werkbach nun die städtischen und privaten Mühlen (Kittelmühle, Heiliggeistmühle, Straubingermühle, Sägmühle) auf Rainer Grund sowie die beiden Mühlen in Niederschönenfeld zuverlässig mit Wasser versorgen zu können. Gemeinsam mit der Kleinen Paar mündet der Achbach nach etwa fünf Kilometern bei Stepperg (Markt Rennertshofen) in die Donau.
Die Stadt Rain und die Zisterzienserinnen des Klosters Niederschönenfeld haben über das Wasser und auch seine Zerstörungen wiederholt gestritten.

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Friedhof
Der städtische Friedhof existiert seit ungefähr 1600 und diente ursprünglich als Pestfriedhof. 1803 wurde er zum offiziellen und einzigen Gottesacker der Stadt und musste nach dem Zweiten Weltkrieg zweimal erweitert werden. Das Friedhofsgotteshaus ist dem Pestpatron St. Rochus geweiht. Im ältesten Friedhofsteil stehen noch Grabsteine im Jugendstil mit diversen Inschriften. Der künstlerisch wertvollste Grabstein steht am Hauptgang des Kernareals, links hinter dem Eingang. Ihn schuf wohl kurz nach 1890 der aus Rain stammende, später in München ansässige klassizistische Bildhauer Johann Pollak (1843–1917) für seine Eltern. Das Grabmal zeigt einen trauernden, auf einem Sarkophag sitzenden Engel, der einen Palmzweig in der linken Hand hält.

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Georg-Weber-Park und Ziegelmoos
Südlich und unterhalb der erneuerten Stadtmauer lag von 1903 bis 1945 der Eisweiher der Brauerei Kohlberger, der „Kohlberger“- oder „Öxler-Weiher“ mit idyllischer Insel und Blockhütte.
1980 stiftete Georg Weber, Gründer der Firma „Dehner“, als Dank für die ihm verliehene Ehrenbürgerwürde eine Parkanlage. Den nach ihm benannten Park ließ er zu seinem 75. Geburtstag 1985 „zur Freude aller“ erweitern. Die Bronzeplastiken schuf der Landshuter Bildhauer Karl Reidel: Brunnen mit Getier, alles was im Ziegelmoos „kreucht und fleucht“, sowie Hund und Pferd im stummen Zwiegespräch.
Der von Professor Kagerer entworfene Pavillon stammt von der IGA München 1983.
Das Ziegelmoos, ein Überflutungsgebiets des Lechs, war eine natürliche Stadtbegrenzung. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde hier Lehm für Ziegel abgebaut.
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Grotte
Die Ziegelschanze war das südöstliche Bollwerk der alten Stadtbefestigung. In ihr hat im frühen 20. Jahrhundert der Rainer Maurermeister Andreas Frimmer eine fromme Stiftung verwirklicht. Der 47-jährige Handwerker gelobte bei schwerer Krankheit im Fall seiner Wiedergenesung eine Lourdesgrotte aus Tropfsteinen zu erbauen. Als Frimmer tatsächlich seine Gesundheit wiedererlangte, machte er sich an die Verwirklichung seines Gelübdes. Nach zweijähriger Bauzeit konnte sie am 10. Juli 1910 eingeweiht werden. In einer hoch angebrachten Nische der Tropfsteinhöhle steht als zentrale Figur die erhabene, jugendliche Gestalt Mariens, bekleidet mit einem hellblauen Gewand und einem weißen Mantel. Das ehrwürdige Zeugnis alter Rainer Volksfrömmigkeit, von Buschwerk und Bäumen dicht umschlossen, gehört zu den idyllischsten Plätzen in der Altstadt. Noch heute werden in der Lourdesgrotte Maiandachten abgehalten.

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Heimatmuseum
Das Heimatmuseum, im „Oberen Eck“ der Stadt Rain, ist im ehemaligen Salzstadel aus dem 17. Jahrhundert untergebracht und dient seit 1988 als Städtisches Heimatmuseum. Die zahlreichen Exponate hat der 1904 gegründete Lokalmuseumsverein im Verlauf des 20. Jahrhunderts gesammelt. Das Rainer Heimatmuseum vermittelt einen Überblick über den Alltag der Rainer Bürger und Bauern, über ihr Berufs- und Privatleben und über ihre Frömmigkeit in alter Zeit. Zu sehen gibt es barocke Klosterarbeiten, liturgische Gewänder und Gefäße sowie früheren Kirchenschmuck. Das Museum demonstriert zudem Rains geschichtliche Funktion als bayerische Grenzfestung sowie das historische Kriegshandwerk. Hauptattraktion ist das große Zinnfiguren-Diorama "Die Schlacht bei Rain am 14./15. April 1632", eine Leihgabe von Dr. Franz Weber (München).

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Hexenturm
Im nordöstlichen Winkel der Schloss- und Stadtmaueranlage stand einst ein viereckiger Wachturm. Der mehrstöckige Bau gehörte zum herzoglichen Schloss. Er hieß im 18. Jahrhundert „der Turm am Alten Schloss“ und enthielt neben Schlafkammern für die Soldaten auch Arrestzellen im Erdgeschoss und im Keller. Letztere waren fensterlos und dienten als Haftzellen für als besonders gefährlich beurteilte Personen. Nach einigen der Hexerei angeklagten Gefangenen im 18. Jahrhundert hieß er im Volksmund ab etwa 1714 „Hexenturm“. Heute erinnert nur noch eine Tafel an der Außenseite der Mauer an den seit Anfang des 19. Jahrhunderts baufälligen und schließlich 1920 abgetragenen Turm. Im Sommer 2009 wurde der Platz als Café genutzt.

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Jean-Daprai-Museum

Das Museum für surrealistische Kunst ist eine private Sammlung, beherbergt in der Raiffeisenbank Rain. Es beherbergt die wichtigsten Werke sowie Auszeichnungen des seit 1955 in Paris lebenden Künstlers und gibt somit einen Gesamtüberblick seinen Werdegang. Jean Daprai, 1929 in Rovereto geboren ging in Rain zur Schule und ist mit seiner Heimatstadt sehr verbunden. Die Raiffeisenbank Rain hat ihm zu Ehren dieses Forum geschaffen. Seine bevorzugten Themen sind insbesondere die Frau als Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit, die Welt der Tiere, insbesondere das Pferd, die Pflanzenwelt und die Stadt, Zentrum allen menschlichen Lebens. Den Schritten der großen Meister der Renaissance folgend, im Versuch, ihre künstlerische Entwicklung zu verstehen, gelangte er zu einer Sicht der Welt, in der alles Beständigkeit und Wandlung ist im totalen Gegensatz zum Begriff des Todes.

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Kath. Stadtpfarrkirche
Die katholische Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer ist Rains größter und bedeutendster Sakralbau, entstanden im späten Mittelalter. Der 66 Meter hohe Turm der Pfarrkirche mit seiner neugotischen Spitze ist weithin in der flachen Landschaft zu sehen. Die Rainer Pfarrkirche präsentiert sich heute als gotische Pseudobasilika oder Staffelkirche mit einer Länge von 45 und einer Breite von 20 Metern.
Heute bietet die Pfarrkirche eine bunte Mischung religiöser Kunstschätze aus Gotik, Barock, Historismus und Moderne. Zum Wertvollsten gehören die spätgotischen Wand- und Gewölbefresken samt den stilisierten Pflanzen- und Blumenformen. An die Gotik erinnern spätmittelalterliche Epitaphien. Die barocke Kunstepoche ist vertreten durch Grabsteine, Kommunionbank, Chorgestühl, Ewig-Licht-Ampel, Taufstein, Stuhlwangen. Zur modernen Ausstattung gehören die Farbglasfenster im Chor. Den einstigen Platz des neugotischen Hochaltars besetzt heute die barockisierende Orgel von 1977. Beachtenswert ist der neue Kreuzweg von 2003, in dem Jesus als Lichtgestalt dargestellt und über der Welt erhaben ist, aber begleitet von Dunkelheiten und umgeben von allerlei höchst irdischen Lebenssituationen.

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Lachner-Museum
In der früheren städtischen Organistenwohnung und der Geburtsstätte der sechs romantischen Musikergeschwister Lachner, hat die Stadt Rain 1989 das Lachner-Museum eröffnet. Der berühmteste Spross der Musikerfamilie Lachner, Franz (1803–1890) war 32 Jahre lang königlich-bayerischer Hofkapellmeister in München, Ignaz (1807–1895) war Kapellmeister in verschiedenen Städten und Vinzenz (1811–1893) 37 Jahre als großherzoglich-badischer Hofkapellmeister in Mannheim tätig. Die drei Brüder gehörten zu den konservativen, klassizistischen Vertretern des romantischen Musiklebens.
Außergewöhnlich und einmalig war der Musikunterricht, den der pädagogisch geschickte Vater seinen Sprösslingen gab. Weil man sich kein Klavier leisten konnte, malte er auf die Holzbank der Wohnstube in vielfacher Ausführung die Klaviatur. Auf niederen Schemeln sitzend, übten die Kinder gleichzeitig stumm nach Vorlagen, die ihnen der Vater auf Schiefertäfelchen geschrieben hatte. Durch das lautlose Üben störte keines das andere. Am Wochenende durften die Kinder dann an der Kirchenorgel proben.

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Leutnantschanze
1632 wuchs die Befestigungsanlage um einen Dreiviertelring. Hier entstand eine fünfeckige Halbmondschanze mit unterirdischen Kasematten, den Unterkünften für Soldaten. Zunächst noch „Schanze beim oberen Bad“ genannt, hieß sie ab 1637 „Leutnantschanze“. Seit Ende des 19. Jahrhunderts spricht man wegen der Nutzung durch die örtliche Polizei auch vom „Polizeigarten“.
Auf halbem Weg zur Schlossbastei entstand noch eine nach ihrer zeitweiligen Funktion so genannte „Windmühlenschanze“. Nach Verkauf der Schanzanlagen an die Bürger ab 1803 wuchsen Obstbäume, Gemüse und Kartoffeln. Die Grünanlage dient heute der Erholung.

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Marienbrunnen
Der Brunnen wurde von der Nürnberger Firma Klett in Eisen gegossen und 1863 im Zuge einer neuen Wasserversorgung für die Stadt Rain zunächst vor dem seinerzeitigen Rentamt (heute: Polizei) aufgestellt. 1914 musste er dann dem Tilly-Denkmal weichen. Originelle Jugendstilfassaden, angelehnt an barocke Formen, schmücken die Fassaden von angrenzenden Häusern.

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Natur-Lehrgarten
Im Natur-Lehrgarten wachsen in ihrem natürlichen Lebensraum Sträucher wie Sanddorn, Schlehe oder Liguster und Bäume wie Ulme, Eiche oder Pappel. Viele Tafeln informieren über Besonderheiten und Ausgefallenes, erklären Blüten, Samen und Blätter der Bäume. Beim Schlendern durch das Wäldchen entlang des großen Sees oder der Wiesen stoßen Gäste immer wieder auf in Bronze gegossene Tiere. Hier kann man Frösche, Füchse, Vögel und Rehe streicheln und die naturgetreuen Nachbildungen genau betrachten. Ein integriertes Klangkonzept mit Tierstimmenimitationen sorgt für spannende Abwechslung und Überraschung.

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Rathaus
Zwischen 1759 und 1762 wurde die alte Schranne durch das neue Rathaus im Rokoko-Stil ersetzt. Das kriegsbeschädigte gotische Rathaus von 1367 stand auf dem heute freien Platz. Im Erdgeschoß waren Brot- und Fleischbank, Mietsläden, ein Gefängnis für geringere Vergehen, ein „Narrenhäusl“ und in den oberen Stockwerken Ratssaal, Tanzsaal und Rüstkammer.
Das neue Rathaus ist heute ein dreiteiliger Komplex mit der schmucken Rokokofassade im Osten. Im Giebeltürmchen am Mittelrisalit des zweiten Obergeschoßes hängen das Rainer Stadtwappen und eine Uhr.

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Schloss und Schlossgarten
Das herzogliche Schloss in der Nordostecke der Stadt ist ein spätgotischer Bau aus dem 15. Jahrhundert. Der Wittelsbacher Herzog Stefan II begann ihn nach der Zerstörung der zuvor im südöstlichen Stadtbereich gelegenen Burg. Sein Sohn, Herzog Ludwig der Bärtige von Bayern-Ingolstadt, vollendete ihn nach 1421. Neben dem heutigen Eingang sind Fundamente eines runden Turms erkennbar. Den Charakter eines Wasserschlosses mit Zugbrücke über einem Graben verlor es 1960 mit der Verschüttung der Gräben.
Ein großer Saal lag im westlichen Trakt; im Norden schlossen sich inzwischen abgerissene Gesindewohnungen und Wirtschaftsgebäude an. Der östliche Teil mit Schlosskapelle wurde 1890 wegen Baufälligkeit abgetragen und durch einen Anbau mit Zinnengiebel ersetzt.
Das Schloss diente hauptsächlich als Amtssitz des Rainer Landrichters, seit 1880 des Amtsgerichtsdirektors. Später diente es Vertriebenen als Unterkunft, für Schulklassen und schließlich bis heute als Vereinshaus.

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Schlossstraße
Die Schlossstraße führt vom Gasthof Karrer zum Schloss im Nordosten der Altstadt. Der Schlossstraße, früher Hofgasse geheißen, widerfuhr am 16. September 1649 ein fürchterliches Unglück. Von einem Blitz entzündet, flog einer der drei Rainer Pulvertürme, derjenige an der nahen Tharasgasse, in die Luft. Die Explosion verursachte eine Feuersbrunst, welche sämtliche – insgesamt zwanzig – Häuser der Hofgasse, darunter auch das 1505 gestiftete Paul Stemmersche Benefizium (heute Schlossstr. 5), zerstörte. Heute zeigt es sich uns als Haus mit Schweifgiebel und Bodenerker aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Die Vielzahl der Benefizien in der einst winzigen Stadt erzählen von der regen und innigen Volksfrömmigkeit im spätmittelalterlichen und barocken Rain. Vor 1618 hatte das kleine Städtchen Rain neun Geistliche, die sich von frommen Stiftungen des Bürgertums ernährten. Das altbayerische Rain blieb in der Reformation katholisch. Nur wenige reformatorisch gesinnte Bürger besuchten den lutherischen Gottesdienst im pfalz-neuburgischen Marxheim.

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Schlossweiher
In den ehemaligen Wallanlagen am nördlichen Stadtmauerring zog sich ein breiter, teilweise mit Wasser gefüllter Graben, entlang. 1448 verlieh der Herzog Heinrich die Fischrechte; die Fische wurden bis nach Augsburg verkauft. Den ehemals dreiviertel um Rain ziehenden Wassergraben legte man ab dem 17. Jahrhundert stückweise. Der Schlossweiher blieb am längsten, bis ins 19. Jahrhundert, als kleiner Weiher bis heute erhalten. Seit dem 18. Jahrhundert dienten die umliegenden Wiesen als Weide für Tiere.

Der heutige Schlossweiher geht auf den wassergefüllten Graben vor der Schlossbastei zurück.
Im Halbschatten einzelner Bestandsbäume bietet die große Holzterrasse, mit Blick auf das Schloss genügend Raum zum Treffen und Verweilen.
Am südlichen Ufer fangen blühende Uferstauden den Blick auf. Immer wieder führen schmale Steintreppen ans Wasser.
Die Halbinsel des Schlossweihers ist von üppigen Wasserstauden umwuchert und trägt zur Reinigung des Wassers bei. Das nachfließende Grundwasser sorgt für eine gleichbleibend gute Wasserqualität.

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Schwabtor
Das 1494 erwähnte Schwabtor ist eines der beiden Haupttore der Stadt. Der nordwestliche Stadtausgang war durch ein Fallgitter gesichert und führte bis ins 17. Jahrhundert durch eine Torschanze an den Lech und ins nichtbayerische „Ausland“. Vor dem runden Turm lag eine abwehrkräftige Bastion. Dahinter erstreckte sich von der Heiliggeistmühle bis zur Ziegelbastei ein breiter Wassergraben. Der heute stehende Schwabtorturm wurde 1973 rekonstruiert.
Ein heute wieder rekonstruierter bärtiger Männerkopf aus Stein trug die Inschrift „Sieh auf“. Seit dem 16. Jahrhundert mahnte es den Betrachter zur Achtsamkeit außerhalb der Stadt. Der Schwabtorturm diente zeitweise als Schuldnerturm. Unter ihm tagten auch Gerichte öffentlich.
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Spital
Östlich an das Schwabtor grenzt der vierteilige Spitalkomplex mit Bürgerspital und der spätgotischen Spitalkirche an. Die Kirche "Zur hl. Dreifaltigkeit" mit Satteldach und Dachreiter, 1468 bis 1471 entstanden, erlebte 1718 einen barocken Umbau. Dieser weitgehend unverändert erhalten gebliebene Bau beglückt durch sein stilistisch einheitliches, harmonisches Inneres. Die drei Altäre, vermutlich von 1719, stehen an der Ostwand nebeneinander. Der Hauptaltar in der Mitte ist als viersäuliger Aufbau gestaltet.
An der Außenwand befindet sich über dem Eingang ein spätgotischer Gedenkstein. Die 1471 entstandene Inschrift in gotischen Minuskeln erinnert an das Jahr 1417, als Ludwig der Gebartete Rains Festungsanlagen ausbauen ließ.

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Stadtmodell im Rathaus
Das Stadtmodell zeigt die Stadt Rain im Jahre 1698. Rain – geplant als typisch bayerische Herzogsstadt – steht auf der Lechhochterrasse in vollendeter Ausgestaltung vor den nun folgenden stürmischen und kriegerischen Zeiten. Nach langer Friedenszeit hat die Stadt prächtige Häuser und Kirchen erbaut. Der Marktplatz ist begrenzt durch das gotische Rathaus am östlichen Ende und der 1803 abgebrochenen Liebfrauenkapelle im Süden. Die Stadtmauern, Türme und Bollwerke sind in ihrer vollen Ausprägung seit dem 30-jährigen Krieg erkennbar. Die meisten Wassergräben sind mit Fischen besetzt. Der Weg in die Stadt führt durch umfangreiche Festungsbauten, Gräben, Falltore und schmale Durchlässe. Seit 1515 war Rain eine Grenzstadt in drei Richtungen.

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Stadtpark (Wallgärten)
In den ehemaligen Wallanlagen am nördlichen Stadtmauerring zog sich ein breiter, teilweise mit Wasser gefüllter Graben. 1448 verlieh Herzog Heinrich der Stadt die Fischrechte und die Fische wurden bis nach Augsburg verkauft. Im 18. Jahrhundert dienten die Wiesen als Weide für Tiere. Die Wallanlagen wurden 1803 an Rainer Bürger verkauft, die hier ihre privaten Gärten anlegten.
Nun umschließen auf einer Fläche von etwa fünf Hektar die Wallgärten als grünes Band die Altstadt. Im Zusammenspiel mit den vorhandenen Privatgärten und den alten Obstbäumen formt diese Oase mitten in der Stadt eine harmonische Einheit und bietet Besuchern wie Anwohnern viel Raum für Ruhe und Erholung, aber auch für Aktivität und Erleben wie auf dem großzugügigen Spielplatz.

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Tharasgasse
Die Tharasgasse, auch Schanzweg genannt, verläuft parallel zur Schlossstraße entlang der östlichen Altstadt. "Taraß" bedeutet Wall, Bollwerk, Barrikade oder erhöhter freier Platz. Er war der erhöhte Teil der Wallanlagen vor den Gärten. Die Gasse führt entlang des verbliebenen Höhenzuges der ehemaligen Schanzanlagen. In den Gräben zu beiden Seiten befinden sich heute idyllische Privatgärten.

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Tilly-Denkmal und Hauptstraßenensemble
Die überlebensgroße Feldherrngestalt des Johann Tserclaes Tilly, aufgestellt 1914, erinnert an die Schlacht bei Rain am 14. und 15. April 1632. Vom schwedischen König Gustav Adolf geschlagen, erlag Tilly wenig später in Ingolstadt seinen schweren Verwundungen.
Die Hauptstraße mit Stadt- und Marktplatz ist das Zentrum der historischen Altstadt. Die ältesten Häuser des denkmalgeschützten Ensembles stammen aus dem 16. Jahrhundert. Die Ost-West-Achse verbindet das Bayer- mit dem Schwabtor auf der Handelsstraße von München nach Donauwörth. Diese kreuzte die über die Marxheimer Zollbrücke führende Straße von Nürnberg über Neuburg nach Augsburg. Hier standen die einst so wichtigen Salz- und Weinstadel, Schranne und Brauereien.
2007 feierte Rain ihre Erstnennung 750 Jahre zuvor.

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Wasserturm
Der alles überragende Wasserturm für die Wasserversorgung Rains ersetzte zu Anfang des 20. Jahrhunderts einen baufälligen Stadtmauerturm. Der vormalige rechteckige Feldhüterturm, so genannt, da er in Friedenszeiten als Wohnung für den Feldhüter diente, wurde 1901 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Mit Hilfe von Italienischen Gastarbeitern erbaute man 1903 den kegelförmig, neuklassizistisch gestalteten Rundbau. Im ausladenden Aufbau mit Zeltdach ist ein hochgelegener Wasserkessel untergebracht, der den nötigen Wasserdruck aufbaute.
Gegenüber befand sich seit 1594 das Knappenhaus des Augsburger Handelsherren Karl Imhoff, der hier viele Meister und Knappen zur Tuchherstellung beschäftigte.

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Exkurs: Grenzsäule am Lech
Dem Geschichtsfreund empfiehlt sich ein Ausflug zur Grenzsäule,die in den westlichen Lechauen, gleich links hinter der Eisenbahnüberführung an der Straße nach Oberndorf steht. Diese ungefähr sechs Meter hohe Grenzsäule stammt nicht, wie irrtümlich verbreitet, aus dem späten Mittelalter (weder von 1439 noch von 1459), sondern erst aus der Zeit von 1600 bis 1615. Ihr Baustil ist demnach der späten Renaissance oder dem frühen Barock zuzuordnen. Die Grenzsäule markierte einst die Grenze zwischen Bayern und einem Teil Vorderösterreichs, nämlich der österreichischen Markgrafschaft Burgau. Eine Grenzsäule hatte nur  Sinn an einer wichtigen Durchgangsstraße, an einer Handels- oder Heerstraße. In der Tat führte hier früher die Landstraße vorbei, ungefähr in Höhe der heutigen Eisenbahnbrücke. An dieser Grenzsäule wurden vornehme Reisende ins Geleit genommen sowie feindliches Kriegsvolk und Verbrecher ausgeliefert.
Westlich des Lechs, im Schwäbischen, österreichisch-burgauisch war Oberndorf eine eigene Herrschaft; Genderkingen war zuerst oberndorfisch, später kaisheimisch. Österreichisch war weder Ort, noch Flur, sondern nur die Landstraße, die von Rain her über den Lech durch Genderkingen nach Donauwörth führte. Die Habsburger erhoben bis 1805 in Genderkingen einen Straßenzoll. Die Grenzsäule zeugt vom historischen Schicksal der altbayerischen Stadt Rain als Grenzstadt zwischen Bayern und Schwaben in Mittelalter und Neuzeit.